Rückkehr aus Doha Trainingslager-Bilanz: Die Gewinner, die Verlierer

Müller und Kimmich gehören zu den Gewinnern, Thiago und Sanches zu den Verlierern des Wintertrainingslagers. Foto: AZ-Montage/dpa/imago/Ulmer

Der FC Bayern kehrt aus dem Trainingslager in Doha zurück nach München. Coach Carlo Ancelotti sagt: „Wir sind stärker als im Sommer.“ Die AZ sagt, für welche seiner Spieler das gilt und für welche nicht.

 

Neun Tage Doha, elf äußerst anstrengende Traininigseinheiten – und höchste Zeit für eine Bilanz: Der FC Bayern ist am Mittwochnachmittag aus dem Wüstenstaat zurückgekehrt, die Lufthansa-Maschine LH 2570 landete um xxx Uhr auf dem Münchner Flughafen. „Wir sind stärker als im Sommer“, sagte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti. Doch für welche seiner Spieler gilt das auch? Die AZ nennt die Gewinner und Verlierer aus Doha.

Die Gewinner:

Thomas Müller:
Obwohl der Weltmeister im Test gegen Eupen torlos blieb, fiel sein Trainingslager-Fazit sehr positiv aus. „Wir haben hier wirklich gut trainiert“, sagte Müller, „auch körperlich.“ Die Einheiten in der Sandgrube seien „tief rein“ gegangen in die Muskulatur: „Ich hoffe, dass wir davon noch profitieren können in dieser Saison.“ Und persönlich? Lief es für Müller auch gut, im Training zeigte er sich deutlich treffsicherer als im vergangenen Halbjahr (nur ein Bundesliga-Treffer). „Mein Selbstbewusstsein ist nicht angeknackst“, stellte Müller im Interview mit „Sport Bild“ klar. Gegen Eupen spielte er in Abwesenheit von Thiago als Zehner im 4-2-3-1-System. Ein Hinweis für den Bundesliga-Start in Freiburg am 20. Januar? „Ich bin eine Mischung aus Mittelfeldspieler und Stürmer“, erklärte Müller seine Rolle: „Am liebsten wäre mir, wenn meine Bezeichnung bald wieder Torjäger ist.“

Joshua Kimmich:
Sollte sich Ancelotti doch anders entscheiden, für sein zu Saisonbeginn favorisiertes 4-3-3 mit drei zentralen Mittelfeldspielern, ist Kimmich sein Mann für die Startelf. Der 21-Jährige war in Doha neben Arjen Robben der Fleißigste im Training, im abschließenden Test spielte er als einziger Bayern-Profi über 90 Minuten. Vielleicht wird Kimmich nach dem Weggang von Holger Badstuber aber auch wieder in der Verteidigung gebraucht. „Ich habe das schon mal gespielt“, sagte er zur AZ: „Ich bin auf jeder Position bereit, auch in der Innenverteidigung.“

Arjen Robben:

Fünf Youngster waren mit in Doha, sie konnten sich vor allem an einem Bayern-Star orientieren: Arjen Robben. Die Intensität, die Leidenschaft, mit der der Niederländer jede Trainingseinheit absolviert, ist vorbildlich. Genauso die Art und Weise, wie der 32-Jährige seine Teamkollegen pusht. „Ich will gewinnen. Das ist das Einzige, was zählt.“ Demnächst wird Robbens Vertrag verlängert, um ein oder zwei Jahre. Seinen Stammplatz als Rechtsaußen hat er nach einem starken Trainingslager sicher.


„Gewinnen ist das Einzige, was zählt“, sagt Arjen Robben. Foto: dpa

Franck Ribéry:
Gleiches gilt für den Franzosen auf der linken Außenbahn, der im internen Ranking aktuell vor Douglas Costa steht. Ribéry (33) wirkt locker zehn Jahre jünger im Training, sein Antritt ist weiter außergewöhnlich. „Ich fühle mich perfekt“, sagte er. „Ich bin fit und richtig glücklich.“ Die Frage ist nur: Bleibt Bayerns Weltklasse-Duo Robben/Ribéry gesund?


Fit und gut in Form: Franck Ribery.    Foto: dpa

Die Verlierer:

Thiago:
Der Spanier sorgte für den negativen Moment dieses Trainingslager, als er wegen Oberschenkelproblemen aufgeben musste. Wie schwer die Verletzung tatsächlich ist, wird sich erst nach einer Untersuchung in München herausstellen. Coach Ancelotti geht von etwa drei Wochen Pause aus. Thiago verließ das Teamhotel am Montag. „Das ist bitter“, sagte Philipp Lahm: „Er war in sehr guter Verfassung.“ Vor allem zum Jahresende, als Thiago auf der Zehn herausragend spielte. Nun kann sich Müller diesen Platz zurückholen.

Renato Sanches:
Im Test gegen Eupen durfte der Portugiese von Beginn an als Sechser spielen, und Sanches gefiel mit einigen guten Torabschlüssen. Abgesehen davon verlief das Trainingslager eher mäßig für den 35-Millionen-Euro-Neuzugang. In vielen Einheiten merkte man ihm die Verunsicherung an, die er seit dem Wechsel im Sommer nicht hat ablegen können. Im defensiven Mittelfeld ist Sanches nur die Nummer fünf, Kimmich, Xabi Alonso, Arturo Vidal und der verletzte Thiago liegen vor ihm. „Er ist noch jung, er muss geduldig sein“, sagte Alonso. „Er wird in Zukunft ein sehr wichtiger Spieler für Bayern sein.“ Zumindest für die Rückrunde dürfte das noch nicht gelten.

 

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