Rotation beim FC Bayern Uli Hoeneß über Niko Kovac: "Am Ende muss er den Kopf hinhalten"

Präsident des FC Bayern: Uli Hoeneß Foto: dpa/Sven Hoppe

Nach drei sieglosen Spielen in Folge herrscht beim FC Bayern erstmals Unruhe. Präsident Uli Hoeneß sieht die aktuelle Situation nicht weiter dramatisch, stellt aber klar: Sollte das Rotationsprinzip von Trainer Niko Kovac nicht funktionieren, müsse dieser dafür die Konsequenzen tragen.

 

München - Uli Hoeneß ist ein Bauchmensch. Womöglich auch deshalb hüllte sich der Präsident des FC Bayern am Dienstagabend in Schweigen, bevor er in diese kalte Münchner Herbstnacht entschwand. Ob es in ihm gebrodelt hat?

Noch zwei Stunden zuvor kamen seine Bayern gegen eine blutjunge, teils spektakulär aufspielende Ajax-Mannschaft nicht über ein schmeichelhaftes 1:1 hinaus. Es war das dritte sieglose Spiel in Folge für die Münchner. Eine ungewohnte Situation.

Tags darauf meldete sich der Präsident zu Wort, es schien sich wieder ausgebrodelt zu haben. "Ich finde das nicht dramatisch", meinte Hoeneß am Rande der Partie der Bayern-Basketballer gegen Vechta - und hatte noch eine kleine Medien-Schelte parat: "Ich verstehe nur die Öffentlichkeitsarbeit bei euch (Medien, d. Red.) nicht: Vor zehn Tagen hieß es noch, die Bundesliga spiele ab Platz zwei und jetzt soll alles kaputt sein. Die goldene Mitte fände ich manchmal ganz gut." (Lesen Sie hier: Bayern kriselt: Was kann Kovac (dafür)?)

Uli Hoeneß: "Wir haben im Moment gewisse Probleme"

Natürlich ist die Saison für den FC Bayern Anfang Oktober noch nicht gelaufen, drei sieglose Partien in Folge sind für den deutschen Rekordmeister dennoch zu wenig. "Wir haben im Moment gewisse Probleme, aber das ist normal", musste daher auch Hoeneß feststellen.

Dabei hätte die Saison für die Münchner besser kaum starten können. Sieben Siege in Folge gab es zum Start in die neue Spielzeit, darunter waren mit der TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen und dem Schalke 04 auch vermeintliche Top-Teams.

Hoeneß: Fanprotest trug zur Krise bei

Auf der Suche nach dem Ursprung für die aktuelle Ergebniskrise glaubt Hoeneß fündig geworden zu sein. "Ich glaube, der Rhythmus ist beim Augsburg-Spiel verlorengegangen. Das ging schon los mit den Zuschauern in den ersten 20 Minuten", sagte Hoeneß auf AZ-Nachfrage und spielte damit einen bundesweiten Fanprotest an, an dem sich auch die Bayern-Anhänger beteiligt hatten. Die ersten 20 Minuten herrschte Stille in der Allianz Arena. Eine Situation, die die Spieler offenbar irritiert hatte. "Das hat schon auch einen Beitrag geleistet, dass wir nicht ins Spiel gekommen sind", meinte Hoeneß.

Dazu kamen die vielen Wechsel, die Trainer Niko Kovac ob der hohen Belastung während der englischen Wochen vorgenommen hatte. "Dann gab es natürlich viel Rotation, seither ist der Wurm drin", stellte Hoeneß fest. Zu viel des Guten also? "Nein, ich stelle das nur fest. Aber das ist Sache des Trainers, der muss das entscheiden. Am Ende muss er ja auch den Kopf dafür hinhalten."

Im Video: Kovac von der Ergebniskrise "überrascht"

 

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