Robben, Lahm, Alonso und Ribéry Bayerns Ü30-Fraktion: "Uns läuft die Zeit davon"

„Ich will Titel gewinnen“, sagt Arjen Robben. „Das ist das Einzige, was zählt.“ 2013 schoss er den FC Bayern im Londoner Wembley-Stadion zum bislang letzten großen internationalen Triumph. Auch drei weitere Teamkollegen wollen noch einmal den großen Wurf landen. Foto: dpa

Robben (32), Ribéry (33), Lahm (33) und Alonso (35) träumen zum Ende der Karriere von der Champions League – um dann nach China zu wechseln? „Da ist vieles möglich“, sagt Bayerns Niederländer.

 

Doha - Die Sehnsucht danach, es noch einmal zu schaffen, die Champions League noch einmal zu gewinnen?

Philipp Lahm muss nicht lange überlegen, als die AZ ihn am Sonntag mit dieser Frage konfrontiert. „Sie ist natürlich groß“, sagt der Kapitän des FC Bayern, den die Erinnerung an jene magische Nacht in London vor dreieinhalb Jahren bis heute begleitet, bis heute antreibt. „Wenn man schon einmal da oben stand und den Pokal empfangen hat“, sagt Lahm, „weiß man, wie gut dieses Gefühl ist.“

Cardiff als Ziel

Er will es noch einmal erleben, ehe seine famose Karriere endet. Und damit steht Lahm (33) nicht alleine da. Seine Generation, zu der auch Franck Ribéry (33), Arjen Robben (32) und Xabi Alonso (35) zählen, wird nicht mehr viele Chancen auf den wichtigsten Klubwettbewerb der Welt bekommen. Eine, vielleicht zwei.

Das weiß Lahm: „Uns läuft die Zeit davon, vor allem den älteren Spielern“, sagt er. Lahm, Ribéry, Robben und Alonso – es ist ihre letzte Mission. Das Finale am 3. Juni im walisischen Cardiff das große Ziel.

Der Spanier Alonso hat die Champions League bereits zweimal gewonnen, 2005 mit dem FC Liverpool und 2014 mit Real Madrid. Mit einem dritten Titel würde er zu Clarence Seedorf aufschließen. Einzig der Niederländer holte den Henkelpott mit drei verschiedenen Vereinen (Ajax Amsterdam, Real Madrid, AC Mailand).

Alonso engagiert

Es auch mit den Bayern zu schaffen, sei „ein Traum“, sagt Alonso. Im Trainingslager in Doha erlebt man den Spanier extrem engagiert, am Sonntag erzielte er ein herrliches Lupfer-Tor über Manuel Neuer hinweg. „Wir wissen, dass in der Rückrunde die großen Spiele kommen“, sagt er: „Wir wollen bereit sein.“ Am 15. Februar zum Beispiel: Dann bestreiten die Bayern ihr Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Arsenal.

Dass Alonsos Vertragslage weiter ungeklärt ist – im Sommer endet sein Kontrakt –, beeindruckt ihn ebenso wenig wie den Niederländer Arjen Robben, der sich in ähnlicher Lage befindet. Bayerns Wembley-Held, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, ist der bislang auffälligste Spieler in Doha. Immer wieder pusht er seine Kollegen, geht als Vorbild für die Jungen voran. „Ich will Titel gewinnen“, sagt Robben. „Das ist das Einzige, was zählt.“

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Bei seinem Wechsel 2009 von Real Madrid sei Bayern noch nicht auf dem Niveau von heute gewesen, erklärt er. „Es war mein Traum, die Champions League zu gewinnen. Deshalb war der Wechsel damals ein Rückschritt.“ Inzwischen aber sei der Klub ganz oben: „Diese Entwicklung, dass ich meinen Teil beigetragen habe, das macht mich stolz.“

Auch Lahm und Ribéry waren entscheidend am Aufstieg der Bayern beteiligt, am Triple-Sieg unter Trainer Jupp Heynckes 2013. Lahm betont am Sonntag, dass er seinen bis ins Jahr 2018 laufenden Vertrag erfüllen wolle: „Gehen wir alle mal davon aus, sonst sage ich Bescheid.“

Ribéry setzt auf Lahm

Die Spekulationen um ein mögliches Engagement als Bayern-Sportdirektor ab dem Sommer? Für Lahm uninteressant. Nicht aber für Kollege Ribéry. „Bayern braucht Philipp“, stellt der Franzose klar. „Er macht einen glücklichen Eindruck. Ich hoffe, er macht noch nicht Schluss.“

Ribéry selbst ist wie Lahm bis 2018 an die Bayern gebunden. Und die Leichtigkeit, die den Flügelstürmer weiter auszeichnet – nicht nur wegen der einrasierten „7“ auf seinem Kopf („Habe ich von meinem Sohn abgeschaut“) –, würden sich viele Fußballer um die 20 wünschen. „Ich fühle mich perfekt“, sagt er. „Ich bin 33, ich habe alles gewonnen, aber ich habe immer Hunger.“

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Irgendwann wird der allerdings auch mal gestillt sein. Dann könnte es Ribéry genauso wie möglicherweise Robben nach Fernost ziehen. China, die irrsinnigen Millionengehälter, die aktuell gezahlt werden – beide Stars zeigen sich im Trainingslager nicht abgeneigt. „Warum nicht?“, sagt Ribéry. Robben meint: „Da ist vieles möglich.“ Vorher gibt es gemeinsam mit ihren Kollegen Lahm und Alonso aber erst noch eine letzte Mission zu erfüllen. Champions League, dann China: Klingt doch gut.

 

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