Richtung Westen was Neues Wird die Brienner Straße bald zur Einbahnstraße?

Ein schönes Durcheinander: Autos, Radler und Fußgänger kommen sich in der Brienner Straße (hier auf Höhe Amiraplatz) oft in die Quere. Foto: Daniel von Loeper

In der Brienner Straße könnte schon bald eine Einbahnregelung gelten. Die Durchfahrt zum Odeonsplatz wäre künftig dann gesperrt.

 

München - Die Brienner Straße gehört sicher zu den schönsten Straßen in ganz München. Die herrlichen Altbauten, der pittoreske Wittelsbacherplatz. Und Geschäfte gibt es da! Zwar alle ein bisschen hochpreisig - aber schee is hier scho.

Erstaunlicherweise haben es die Leute in der Brienner Straße meistens trotzdem ziemlich eilig. Vor allem die Radler suchen sich im Slalom den schnellsten Weg hindurch zwischen wartenden Autos, schlendernden Passanten und den Kellnern, die im Sommer hier die vielen Straßenterrassen bewirten.

Das klingt nicht nur nach Chaos - es ist es auch ein bisschen. Das Problem ist vor allem, dass es keinen durchgängigen Radweg gibt. Wenn es sich auf der Straße staut, springen die Radler deshalb gerne mal auf den überbreiten Gehsteig.

Man kann es sich denken: Konflikte sind da an der Tagesordnung. Fußgänger schimpfen über Radler, Radler über Autofahrer. Die rot-schwarze Stadtregierung will an der Verkehrssituation in der Brienner Straße deshalb nun grundsätzlich etwas ändern.

Einbahnregelung zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz?

Schon länger wird über eine mögliche Einbahnregelung diskutiert. Der im Stadtkabinett für Verkehr zuständige KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) hat sich dazu anderthalb Jahre seine Gedanken gemacht. Heute will er im Stadtrat nun sein Konzept vorstellen.

Böhle schlägt vor, die Brienner Straße zwischen Odeonsplatz und Amiraplatz "einbahnzuregeln", wie es im Behörden-Sprech heißt. Auf diesem Abschnitt könnte man künftig dann nur noch in westlicher Richtung fahren (siehe Karte). Ganz bis zum Maximiliansplatz durchziehen kann man die Einbahnregelung allerdings nicht. In diesem Fall wäre nämlich die Zufahrt zur Bavaria-Parkgarage in der Jungfernturmstraße versperrt.

Eine richtige Alternative zur Einbahnstraße sieht Böhle nicht. Die Brienner Straße zur Fahrradstraße erheben, kann man nicht. Dann wären die Radler auf der Straße zwar bevorrechtigt und müssten nicht mehr auf den Gehsteig ausweichen. Allerdings gibt es da einen Haken.

Um aus einer Straße eine Fahrradstraße machen zu können, dürfen dort maximal 400 Autos in der Stunde unterwegs sein. In der Brienner Straße sind es laut KVR mehr als doppelt so viele. Und zur Verkehrsberuhigung Tempo 30 erlassen, geht auch nicht. Dafür müsste die Brienner Straße ein Unfallschwerpunkt sein. Abgesehen vom allgemeinen Gerangel um Platz ist sie das aber nicht.

Das Rathaus zeigt sich stutzig

In der Großen Koalition im Rathaus ist man von Böhles Plänen trotzdem noch nicht restlos überzeugt. Vor allem die geplante Streichung der 17 Kurzzeitparkplätze auf der Nordseite der Brienner Straße bereitet der Stadtspitze derzeit noch Kopfzerbrechen.

Böhle will die Parkplätze opfern, damit in beiden Richtungen Fahrradspuren eingerichtet werden können. Gleichzeitig scheint aber trotzdem noch einiges an Platz übrig zu sein. Um den Odeonsplatz als Haltestelle nicht abzuhängen, sollen die Nachtbusse der MVG die Brienner Straße nämlich auch in Zukunft in beiden Richtungen befahren können.

Parkplätze weg, dafür aber eine neue Busspur her? "Wie das zusammengeht, das muss man uns erst noch einmal erklären", heißt es aus Regierungskreisen. In den nächsten Tagen soll es deshalb einen Ortstermin in der Brienner Straße geben. Erst dann will der Stadtrat endgültig entscheiden.

Bei den Geschäften und Lokalen in der Brienner Straße jedenfalls hat man sich schon darauf festgelegt, dass es ohne Parkplätze nicht geht. Das Schuhhaus Ed Meier, die Läden im Luitpoldblock - "die brauchen die Parkplätze", sagt Wolfgang Fischer vom Lobby-Verband City Partner. Dass sich in der Brienner Straße dringend etwas ändern muss, findet aber auch er.

Lesen Sie dazu auch den AZ-Kommentar: Teileinbahngeregelt

 

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