Restaurant "Salt" am Rundfunkplatz Die riskante Prise Salz

 Foto: Daniel von Loeper

 Das „Salt“ am Rundfunkplatz ist jetzt zwei Jahre alt und hat es geschafft, sich zu etablieren: In der Gegend gibt es kein vergleichbares Restaurant.

 

Eigentlich wollte Daniel Tenschert anfangen wie all die anderen. Eine kleine Bar aufstellen, zusammengenagelte Möbel rein, Bier und Longdrinks, fertig. Aber wer sagt schon Nein, wenn einem ein Objekt angeboten wird wie das Lokal am Rundfunkplatz. Noch im Bau, so dass man mitreden kann, Firmen und Büros wie Eon und Triumph drumherum, die nicht immer nur Döner und Salate aus Plastikbechern Mittagessen wollen.

Also machte Tenschert dort sein erstes Restaurant auf, das „Salt“. „Das hat Schweiß und Mut gekostet“, sagt Tenschert, „eigentlich habe ich mich übernommen. Aber das mache ich ständig.“ Der Businessplan war nicht ganz einzuhalten: Den stylish-poppigen Look haben Tenschert und sein damaliger Partner selbst entworfen, an den Tischen stehen knallblaue Loungesessel, Lampeninstallationen aus Finnland schweben wie leuchtende Quallen an der Decke, neben den Gästen, die auf der Galerie über der Bar Platz genommen haben.

Fünf Köche tüfteln die Kreationen wie Kalbsfilet mit Kerbel-Lasagne, pochiertem Wachtelei und rotem Zwiebelconfit (20,50) oder Seeteufelbäckchen mit Papayasalat und Sepia-Pappardelle (14,50) aus. Das Küchenteam kam aus dem Nektar ins Salt, „die können eben nicht einfach kochen, die müssen sich immer kreativ ausleben“, sagt der Gastronom.

Nachdem sein Partner ausgestiegen ist und Daniel Tenschert das Salt allein geführt hat, wird bald sein Chefkoch Murri Keljmeni sein neuer Partner. Für die Menüs am Abend kommen Leute, die kreatives Essen schätzen oder sich einen schönen Abend machen möchten. Die Business-Leute und Kreativen der Gegend stehen auf die erschwinglichen Mittagsmenüs (zwei Gänge 14,50 Euro). Und nachmittags, wenn die Sonne auf die große Terrasse mit Loungebereich und Liegestühlen scheint, sieht man an den Tischen auch mal Handwerker ohne Shirt sitzen, die neben den Sprizz-Schlürferinnen den Blick auf den Brunnen genießen.

Für Tenschert macht’s die Mischung aus. „Wir arbeiten auch nicht in Uniform: Wenn ich mich wohlfühle, bin ich netter und freundlicher. Mit Schürze fühle ich mich nicht wohl“, sagt er. „Das wertet das Bedienen ja nicht ab.“ Trotz Schweiß und dank Mut: „Auf lange Sicht hat sich alles gelohnt“, sagt Daniel Tenschert.

Genau zwei Jahre gibt es das Restaurant am Rundfunkplatz jetzt. Das soll noch gefeiert werden, mit einem großen Fest am Rundfunkplatz, zusammen mit Art Babel – das Datum steht noch nicht fest. Das Team von der Zwischennutzungs-Location hat mit ihrem Aufbau gerade viel um die Ohren. Und wer, wenn nicht Tenschert, könnte das verstehen.


Rundfunkplatz 4, Mo. bis Do. 10 – 1 Uhr, Fr. 10 – Open End, Sa. 17 – Open End, www.saltrestaurant.de, Tel.: 89 08 36 95

 

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