"Red Hot" in der Maxvorstadt Rippchen und Rollmops

 Foto: Daniel von Loeper

 Zuwachs in der Amalienpassage: Das „Red Hot“ punktet mit New-York-Charme der 30er Jahre

 Nein, ein Steak House soll es nicht ganz sein, das „Red Hot“: Eher ein „Chop House“, der Vorläufer, wie es sie im New York der 30er Jahre gab, eine „bessere Kneipe“, wie Ulf Drögl sagt.

Mit seinem Partner Conrad Baierl hat er das Lokal Ende März 2011 aufgemacht, in dem Türkenhof der Amalienpassage. Drögl ist Küchenmeister mit Stationen im Sansibar auf Sylt, er hat bei Karl Ederer gekocht und die Eröffnung des Brenner mitgestemmt, bei „Walter und Benjamin“ die Küche geschmissen und im Schumann’s. Baierl ist Metzgermeister und Produktentwickler für Gewürze. Er hat bei Drögls Vater gelernt, die beiden kennen sich eine Ewigkeit.

Baierl träumte von Spareribs, Drögl von einer schönen Bar, und jetzt haben sie beides zusammengeworfen. „Short Rips and Long Drinks“, das ist die Unterzeile des „Red Hot“.

„Bei uns sitzt man an einem alten Diner-Tisch, eingedeckt mit weißen Stoffservietten und Silberbesteck“, sagt Drögl. An der Decke verlaufen Alu-verkleidete Rohre, darunter hängen Designerlampen. Stilbrüche, die den Look der charmanten Kneipe ausmachen wie die sorgfältige Hingabe ans Produkt, die Speisen und Getränke. Das fängt an bei den Eiswürfeln, die sauber und klar im Glas klirren, und endet bei der Zusammenarbeit mit Bernie Luff, Wirt von der „Entenbraterei“ auf der Wiesn und Metzgermeister beim Schlachthof.

„Er wählt für uns das beste Fleisch aus, hier wird es nachgereift“, sagt Drögl. „Short Ribs bekommt man in München nicht so oft, Spareribs natürlich an jeder Ecke – aber nicht unbedingt gut.“ Ein feines Steak gibt es ebenso wie ein „Red Hot Rib Sandwich“ für 4,50 Euro, in einer New Yorker Kneipe darf auch ein „Smoked Salmon Cream Cheese Sandwich“ nicht fehlen. Vegetarier finden täglich einen frischen Salat auf der Karte.

Die Sandwiches gibt es auch zum Mitnehmen, aber das ist fast schade. An schönen Tagen ist die ruhige Terrasse im Türkenhof ein idyllischer Ort, drinnen legt Baierl alten Blues, Soul und Jazzsound auf – Platten, selbstverständlich. „Klassiker muss man pflegen, auch wenn es Mühe kostet“, sagt Drögl.

Statt Salzstangen und Chips gibt es Salzgurken, Sprotten und Rollmöpse als Kleinigkeiten, „eigentlich bescheuert, aber originell und amüsant, und es funktioniert.“ Jeder soll hier einen netten Abend haben können, sei es beim Pils mit dem Kollegen nach Feierabend oder das Date abends bei Kerzenschein und einer Flasche Grand Cru, bedient vom sorgfältigen, aber lässigen Service. Darum bemühen sich Ulf Drögl und Conrad Baier, mit kurzen Rippchen und langen Drinks.


 Amalienstraße 89, Amalienpassage Türkenhof, Di. bis Sa. 16 – 1 Uhr, 20061718 www.redhot-muenchen.de

 

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