RB Leipzig investiert Während WM 2018: Konkurrent plant Großangriff auf FC Bayern

, aktualisiert am 22.06.2018 - 19:28 Uhr

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Die Mannschaft
Führungsriege des FC Bayern: Präsident Uli Hoeneß (li.) und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Foto: imago/Lackovic

RB Leipzig verpflichtet mit Julian Nagelsmann den vielleicht begehrtesten Trainer auf dem deutschen Markt. Dessen Zusage ist nicht zuletzt als Kampfansage an den FC Bayern zu werten - auch wegen zwei Superstars, die nun bei der Fußball-WM 2018 gegeneinander spielen.

 

München/Sotschi - Ralf Rangnick von RB Leipzig gilt nicht als bester Freund des FC Bayern. Immer wieder gab es Sticheleien zwischen dem Sportdirektor der Sachsen und dem Rekordmeister aus München, meist einseitig von Rangnick addressiert an die Säbener Straße in der bayerischen Landeshauptstadt.

Ralf Rangnick holt Julian Nagelsmann

Beim DFB-Pokal-Spiel zwischen RB und den Bayern vergangenen November gab es etwa den spektakulären Platzsturm von Ragnick, als der Schwabe Schiedsrichter Felix Zwayer wegen einer strittigen Entscheidung sein Smartphone unter die Nase hielt. 

Oder im Februar 2016: Rangnick zweifelte seinerzeit offen die Professionalität der Bayern-Spieler wegen mehrerer Muskelverletzungen an. Der "F.A.S." sagte er damals: "Aus fachlicher Distanz kann ich nur sagen: Spieler, die sich mit Haut und Haaren ihrem Beruf verschreiben, sind in aller Regel selten verletzt."

Nun gelang ihm ein pikanter personeller Schachzug: Rangnick holt mit Julian Nagelsmann jenen begehrten deutschen Trainer von 1899 Hoffenheim ab 2019 nach Leipzig, über den auch die Bosse in München nachgedacht haben sollen. Nagelsmann dürfte sehr viel Geld kosten. Und Nagelsmann dürfte nicht ohne das Versprechen auf teure Investitionen zu RB wechseln.

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Was zuallererst für Euphorie in Leipzig sorgt, dürfte auch die Strategen in München hellhörig machen. Nicht nur, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß als Fan von Nagelsmann gilt. Der 66-Jährige wollte den jungen Coach einst als Nachwuchstrainer verpflichten.

Mehr noch: Später, als sich Nagelsmann in der Bundesliga mehr als etabliert hatte, soll er ein Kandidat auf die Nachfolge von Jupp Heynckes gewesen sein. "Es ist eine große Sensation, dass er in dem Alter ohne jegliche Erfahrung den Sprung aus der Jugend in den bezahlten Fußball geschafft hat - und das in einer Art und Weise, die beeindruckend ist", sagte Hoeneß bereits im April 2017 über ihn.

FC Bayern wollte auch Julian Nagelsmann

An der Personalie Nagelsmann offenbarten sich aber auch die vereinzelten Meinungsverschiedenheiten zwischen Hoeneß und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der den Noch-Hoffenheim-Coach vergangenen Dezember während den Verhandlungen um einen Wechsel von Sandro Wagner rügte.

Die Bayern sahen letztlich von einem intensiveren Bemühen ab, nachdem der heute 30-Jährige erklärt hatte, in Hoffenheim bleiben zu wollen. Sie bekamen ihn also nicht, RB Leipzig jetzt schon. Wäre das nicht ohnehin schon pikant, ist das Engagement des Jung-Trainers wohl klar als Beginn eines Großangriffs des von Red Bull geförderten Klubs auf den Rekordmeister einzuordnen.

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Nicht minder sind die Ansprüche von RB-Mäzen und Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz zu bewerten. Fünf Millionen Euro Ablöse zahlen die Leipziger für Nagelsmann, für einen Trainer, was bisher einmalig in der Geschichte des deutschen Fußballs ist.

Emil Forsberg und Timo Werner wollen weg

Auch der Umstand, dass die Meldung just während der Fußball-WM 2018 in Russland publik wurde, fällt wohl unter eben diese Kategorie Großangriff. Denn mit Timo Werner (Deutschland) und Emil Forsberg (Schweden) treffen am Samstag (20 Uhr, im AZ-Liveticker) die beiden Superstars von RB aufeinander, die zuletzt bemerkenswert offen über einen möglichen Abgang sprachen. Dabei will Rangnick sie unbedingt halten.

Forsberg sagte bei der Weltmeisterschaft jedoch dem schwedischen "Fotbollskanalen": "Ich fühle mich bereit für den nächsten großen Schritt. Das wird sehr interessant. Ich stehe im Dialog mit RB und hatte immer einen guten Austausch mit dem Verein. Ich habe den Traum, für die stärksten Klubs der Welt zu spielen."

Timo Werner zum FC Bayern?

Und Timo Werner erklärte unmittelbar vor der WM 2018 der "Sport Bild" zu einem möglichen Bayern-Wechsel: "Wenn überhaupt, wird das erst nach der WM ein Thema."

Die Nagelsmann-Verpflichtung genau in dieser Konstellation zu vermelden, könnte einen strategischen Hintergrund haben.

Damit nicht nur die Bayern-Bosse in München aufhorchen. Sondern auch Werner und Forsberg, wenn sie an diesem Samstag im Fisht Stadium von Sotschi bei der WM gegeneinander antreten.

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Fannah, kritisch, kompetent - die-mannschaft.blog ist der Experten-Blog zur DFB-Elf. Aktuell haben sich die "Fußballverückten" aus München ganz der WM 2018 verschrieben. Mit dabei: Victoria Kunzmann und Patrick Mayer, die als Freie Autoren auch für die AZ München schreiben.

 

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