Prozess gegen Uli Hoeneß Expertin zum Fall: "Bewährungsstrafe ist durchaus möglich"

Bewährung oder nocht? Uli Hoeneß droht eine Gefängnisstrafe. Foto: dpa

27,2 Millionen Euro: Kann es bei dieser immensen Summe an hinterzogenen Steuern für Uli Hoeneß überhaupt noch für eine Bewährungsstrafe reichen? Ja, sagt eine Expertin.

 

Berlin – Die Steuerstrafrechts-Expertin Christine Varga hält entgegen anderer Meinungen von Juristen eine Bewährungsstrafe für Uli Hoeneß weiter für möglich. Obwohl der wegen Steuerhinterziehung angeklagte Präsident des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München Unterlagen offenbar verspätet eingereicht und Fristen verstreichen lassen hat, könne die Selbstanzeige „trotz der formalen Unregelmäßigkeiten erheblich zu seinen Gunsten gewichtet werden“, sagte Varga am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.

Laut der Juristin müssten die Gesamtumstände im Fall Hoeneß berücksichtigt werden. „Wer Selbstanzeige erstattet und den Steuerbehörden freiwillig Unterlagen vorgelegt, erleichtert deren Arbeit spürbar.“

Das Gericht müsse nun entscheiden, „ob das erheblich zu seinen Gunsten gewichtet wird“, oder ob es sich der Staatsanwaltschaft anschließe. Diese betrachtet Hoeneß' Selbstanzeige als nicht wirksam. „Diese beiden Positionen muss das Gericht bewerten. Der Ausgang des Prozesses ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer vorherzusagen.“ Allerdings meint Varga: „Eine Bewährungs- in Verbindung mit einer Geldstrafe ist durchaus möglich.“

Hoeneß hatte zum Prozessbeginn am Montag in München eingeräumt, insgesamt 18,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben. Nach Angaben der Rosenheimer Steuerfahnderin soll der Bayern-Präsident sogar mindestens 27,2 Millionen Euro hinterzogen haben.

 

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