Pretzl will Tradition erhalten Osram-Schriftzug weg: CSU fordert Reklamen-Comeback!

CSU-Stadtrat Manuel Pretzl: "München verändert sich rasant, umso wichtiger sind gelebte und gefühlte Traditionen. Der Osram-Schriftzug ist eine solche Tradition, die den Münchnern im Laufe der Jahrzehnte ans Herz gewachsen ist." Foto: Petra Schramek, AZ-Montage

Die berühmte Osram-Leuchtreklame am Stachus ist weg – aus denkmalschutzrechtlichen Gründen wird das wohl auch so bleiben. Die Stadtratsfraktion der CSU hat jedoch noch nicht aufgegeben und wendet sich jetzt mit einem Antrag an Münchens OB Dieter Reiter (SPD).

 

München - Seit Ende der 50er Jahre hing sie da und war aus dem Stadtbild nicht wegzudenken – doch jetzt ist sie nicht mehr da: Der berühmte Osram-Leuchtreklame am Stachus. Der Schriftzug ist verschwunden, Handwerker haben die Buchstaben Anfang der Woche abmontiert.

Jetzt wird die historische Reklame zum Politikum: Am Freitag hat die Stadratsfraktion der CSU einen Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) geschickt. Darin bittet sie die Verwaltung, nochmals mit Osram in Kontakt zu treten, "um eine pragmatische Lösung für den Verbleib des Schriftzugs am Stachus zu finden".

Osram wollte klimafreundlichere Lichter

Aus Gründen des Denkmalschutzes ist es wohl nicht möglich, einen neuen Schriftzug anzubringen. Osram wollte die alten Leuchtstoffröhren eigentlich durch klimafreundlichere LED-Lichter ersetzen. Für das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, zuständig für den Denkmalschutz, könnten diverse Punkte jedoch "problematisch" werden. Beispielweise, weil die neuen Lichter zu grell sein könnten. Das Referat betonte im Gespräch mit der AZ jedoch auch, dass Osram im Rahmen der Beratungsgespräche nicht die vollständigen Unterlagen eingereicht habe. Der Modernisierungsantrag konnte dadurch nicht vollumfänglich bearbeitet werden.

Für die CSU ist jedenfall klar, dass der Schriftzug wieder angebracht werden soll – auch und vor allem, weil er ein "für die Münchner identitätsstiftender Bestandteil des Ensembles am Stachus" ist. Wenn es nach der Stadtratsfraktion geht, müsste die Stadtverwaltung die Bedenken des Denkmalschutzes "in Relation zu dieser Traditionslinie gewichten".

Pretzl: Bedauern und Unverständnis

Darauf bezieht sich auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Manuel Pretzl in seinem Statement: "München verändert sich rasant, umso wichtiger sind gelebte und gefühlte Traditionen. Der Osram-Schriftzug ist eine solche Tradition, die den Münchnern im Laufe der Jahrzehnte ans Herz gewachsen ist." Er selbst habe mit Bedauern und teilweise auch Unverständnis auf den plötzlichen Abbau des Schriftzugs reagiert. Für ihn wäre "ein Comeback der Leuchtreklame ein wichtiges, identitätsstiftendes Zeichen für München".

Doch ob sich Osram und die Denkmalschutzbehörde nochmal zusammensetzen und eine Lösung finden werden, ist noch unklar. Einem Unternehmenssprecher zufolge werden Teile des alten Schriftzugs nun im Ausstellungsbereich der Firmenzentrale untergebracht – und die Münchner müssen sich vorerst wohl an einen Stachus ohne Osram-Reklame gewöhnen.

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