Polizeikontrollen in München Verbote wegen Coronavirus: Sanktionen gegen Uneinsichtige

Zusammen sporteln im Riemer Park: Viele Münchner halten sich nicht an die Empfehlungen der Regierung. Foto: imago/Sven Simon

Viele Münchner gehen weiter in Parks, die Polizei kontrolliert und trifft auf Unverständnis.

 

München - Corona-Pandemie hin oder her. Bei Sonnenschein und 18 Grad zieht es viele raus ins Freie an die frische Luft. Alles wie immer, als gebe es kein Coronavirus. Der OB appellierte am Donnerstag an die Vernunft der Leute, die Polizei kontrolliert in der Stadt und stampert alle Unvernünftigen weiter. Ein Mann stellte ein Video von sich ins Internet. Der Mann behauptet darin, er sei positiv auf Corona getestet. Zu sehen ist, wie er über den Marienplatz läuft und erzählt, er wolle sehen, wie viel Menschen er anstecken könne. Die Polizei ermittelt.

"Unser Leben hat sich geändert", sagt OB Dieter Reiter in seinem Appell an die Münchner: "Bleiben Sie zu Hause!" Seit Gaststätten und Cafés geschlossen sind, trifft man sich in Parks, an Spielplätzen oder an der Isar. Die Leute sitzen beieinander, manche umarmen sich, busseln sich zur Begrüßung ab. Im Englischen Garten trafen sich am Mittwochabend rund 70 Leute, die Party machen wollten. Als die Polizei kam, wollte die Gruppe nicht freiwillig gehen, die Beamten mussten sie mit sanftem Druck aus dem Park drängen. Am Monopteros feierten 15 Leute zusammen.

Münchner petzen bei der Polizei

Inzwischen melden sich immer mehr Münchner bei der Polizei und petzen, wenn jemand gegen die neuen Regeln verstößt. So wie eine Münchnerin, die der Polizei über Twitter den Tipp gab, dass am Elefantenspielplatz im Luitpoldpark herumgetobt werde. Familien mit Kindern seien da und würden am Karussell spielen. Insgesamt wurden bis Donnerstag 568 Spielplätze kontrolliert, auf 29 gab es Beanstandungen, weil Sperren ignoriert wurden.

Die meisten Bürger melden sich über die Notrufnummer 110. In der Spitze waren es am Mittwochnachmittag bis zu 170 Anrufe in einer Stunde. Die Polizei hat 220 Beamte zusätzlich im Einsatz, die sich um Verstöße gegen die behördlichen Beschränkungen kümmern. Polizeisprecher Sven Müller: "Gerade auf den Spielplätzen und Sportanlagen führen wir mit den Leuten Gespräche, hinsichtlich der Risiken und Infektionsmöglichkeiten."

Viele glauben, die Gefahr drohe nur anderen. OB Reiter mahnt: "Überlegen Sie, ob es verantwortungsbewusst oder ein gutes Vorbild ist, wenn Ihre Kinder auf gesperrten Spielplätzen spielen. Oder wenn in Gruppen gegrillt wird. Oder wenn am Flaucher 'Corona-Partys' gefeiert werden."

Junge Burschen husten Polizisten an

Manche ignorieren schlicht die Lage. So wie drei junge Burschen, die auf dem gesperrten Spielplatz in der Astallerstraße miteinander Fußball spielten. Ein Physiotherapeut (22) und seine beiden 20 und 21 Jahre alten Freunde zeigten überhaupt kein Interesse, das Spiel abzubrechen und mehr auf Distanz zu gehen.

Im Gegenteil, die Fußballer machten sich über die Polizei und über die Pandemie sogar noch lustig. Sie husteten demonstrativ in Richtung der Beamten und das, obwohl sie natürlich wussten, dass das die am weitesten verbreitete Art ist, sich mit dem Coronavirus anzustecken. "Die drei Männer zeigten sich völlig uneinsichtig und unkooperativ", sagt Sven Müller. Die Polizisten erteilten einen Platzverweis. Zudem wurde das Trio angezeigt wegen Vergehens nach dem Infektionsschutzgesetz. Den drei Fußballer droht ein Bußgeld.

Auch an der Schwanthalerhöhe spielten mehrere Leute Fußball. Sie waren über den Zaun geklettert, um auf den gesperrten Platz zu kommen. Der Oberbürgermeister appelliert deshalb nochmals. "Es genügt nicht, dass sich nur die anderen daran halten." Erfreulich ist, dass die neuen Regeln von Geschäften und Lokalen gut beachtet werden. Laut Polizei wurden 851 Gaststätten kontrolliert, bei nur 13 Verstößen. 309 Läden wurden überprüft, bei nur acht Verstößen.

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