Politiker aus Brandenburg Gehört (nicht) zu Deutschland? AfD-Vorstandsmitglied zum Islam konvertiert

AfD-Politiker auf Konfrontationskurs zum Parteiprogramm: Konvertit Arthur Wagner. Foto: imago/foto2press, AfD

Es klingt geradezu unglaublich paradox: Ausgerechnet ein Vorstandsmitglied der Alternative für Deutschland ist zum Islam konvertiert. Dabei lehnt die Partei die Religion kategorisch ab.

"Der Islam gehört nicht zu Deutschland. In seiner Ausbreitung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl von Muslimen sieht die AfD eine große Gefahr für unseren Staat, unsere Gesellschaft und unsere Werteordnung." - So steht es im Parteiprogramm der AfD im Kapitel 7.6.1. Arthur Wagner (48) teilt diese Beurteilung seiner Partei aber offenbar nicht: Der Brandenburger ist nun vom Christentum zum Islam konvertiert.

Noch deutlicher formuliert es Alexander Gauland: "Der Islam ist mit der freiheitlichen, demokratischen Grundordnung Deutschlands nicht vereinbar." Neben seiner Doppelfunktion als Parteivorsitzender und Fraktionschef hat der 76-jährige Chemnitzer noch eine Position inne: Er ist Ehrenvorsitzender der AfD Brandenburg – eben jenem Landesverband, in dessen Vorstand Konvertit Wagner sitzt.

Wagner ist zuständig für Kirchen und Religionsgemeinschaften

Genau wie Gauland war Wagner jahrelang in der CDU, bevor er die Partei enttäuscht verließ und schließlich in die AfD eintrat. Seit 2012 ist er Parteimitglied und stieg zunächst zum stellvertretenden Kreisvorstand der AfD im Havelland auf und wurde dann einer von sechs Beisitzern im brandenburgischen Landesvorstand der AfD. In dieser Funktion hat er auch einen pikanten Zuständigkeitsbereich: Kirchen und Religionsgemeinschaften.

Wagner will seinen Islam-Wechsel nicht kommentieren

Als Russlanddeutscher warb Wagner vor der Bundestagswahl in einem YouTube-Video auf Russisch um Wählerstimmen von Spätaussiedlern, wie der Tagesspiegel berichtet. Darin spricht er davon, dass er Mitglied in der Vereinigung "Christen in der AfD" sei. Nun hat er die Religion gewechselt und ist zum Islam konvertiert. Entsprechende Berichte bestätigte Wagner, will sie aber nicht kommentieren.

Und auch sein Landesverband gibt sich schmallippig. Parteisprecher Daniel Friese sagte zur Berliner Zeitung: "Religion ist Privatsache. Wir stehen zur Religionsfreiheit des Grundgesetzes." Und schiebt nach: "Herr Wagner hätte auch eine andere Religion wählen können." Wagner ist inzwischen aus "privaten Gründen" von seinem Vorstandsposten zurückgetreten.

 

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