Politik "Ideen füer Bayern": Die CSU ruft alle Bayern um Hilfe

Ideen für die Zukunft des Landes: In einer großen Mitmach-Aktion sollen die Bürger nun der CSU-Fraktion im Landtag die Geistesblitze liefern – unter dem Motto: „Meine Ideen für Bayern.“

 

MÜNCHEN Einst hatte die CSU die Lufthoheit über den Freistaat und seine Stammtische. Bayern und die Christsozialen waren eins. Jetzt ist die Partei in der Krise – und muss alle Bayern um Hilfe rufen. Denn die Volkspartei weiß offenbar nicht mehr, was das Volk im Freistaat denkt und wie es sich seine Zukunft vorstellt. In einer großen Mitmach-Aktion sollen die Bürger nun der CSU-Fraktion im Landtag die Geistesblitze liefern – unter dem Motto: „Meine Ideen für Bayern.“

„Wenn wir ein Konzept für Menschen dieses Landes machen wollen, müssen wir es mit ihnen machen“, fabuliert Fraktionschef Georg Schmid. Am 25.Februar soll der „Zukunftsdialog“ starten. Per Internet, E-Mail oder SMS sollen dann alle ihre Ideen und Wünsche einbringen. Die Fraktion will die sammeln, ordnen und auswerten.

„Dass eine Volkspartei mit dem Volke spricht, ist doch kein Vorwurf, sondern ein Prädikat“, verteidigt der Fraktionschef seine Aktion. Er spüre, dass die Menschen ein Bedürfnis hätten mitzureden.

Mitreden will auch jeder in der CSU. Weil die Partei nicht mehr zurückschauen kann, denken nun alle in die Zukunft – kreuz und quer. Das sorgt bereits für Rangeleien.

Ministerpräsident Horst Seehofer spielt sich mit seinem FBI auf, was nach Nachrichtendienst klingt, aber „Familie, Bildung, Innovation“ bedeutet. Er ließ seinen Schulminister Ludwig Spaenle und Sozialministerin Christine Haderthauer ein Konzept erarbeiten. „Es reicht nicht, wenn zwei Minister ein Papier schreiben“, lästert Georg Schmid.

Eine Zukunftswerkstatt hat diese Woche auch die Partei präsentiert. Ihr Vordenker ist der niederbayerische Bezirkschef und Europa-Abgeordnete Manfred Weber. Er will moderner werden und auch mit Organisationen wie dem Computer Chaos Club reden. „Mit einem Chaos-Club rede ich nicht. Ich rede mit den Bürgern“, giftet Schmid.

CSU-General Alexander Dobrindt arbeitet an einem „Leitbild 2010 plus.“ Dann gibt’s ja auch noch das Erbstück von Edmund Stoiber. Der hatte den dicken Wälzer „Zukunft Bayern 2020“ hinterlassen.

Bis November will Schmid das Ergebnis seines Zukunftswettbewerbs vorlegen. Was aber, wenn die Bürger inzwischen etwas anderes wollen als die CSU? Schmid: „Es gibt Grundpositionen, an denen wir festhalten.“

 

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