Oktoberfest auf der Kippe Wiesn nur für Münchner? Für die Stadt kein Thema

Noch ist unklar, ob das Oktoberfest dieses Jahr überhaupt stattfinden kann. (Archivbild) Foto: Angelika Warmuth/dpa

Zuletzt wurde die Idee einer Wiesn nur für Münchner ins Spiel gebracht. Einige Oktoberfest-Wirte sprechen sich dafür aus, die Vertreter der Stadt selbst sehen den Vorschlag durchaus kritischer.

 

München - Ein Oktoberfest nur für Münchner? Die Idee einer "Wiesn light" in der Corona-Krise stößt bei den Verantwortlichen der Stadt München nicht auf Resonanz.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ließ mitteilten, er sehe derzeit keine Grundlage für eine Entscheidung, und an Spekulationen werde er sich nicht beteiligen. Reiter hatte bereits angekündigt, dass eine Entscheidung über eine eventuelle Absage des Volksfestes voraussichtlich Ende Mai oder spätestens Anfang Juni fallen müsse – bevor konkrete Vorbereitungen anlaufen und der Aufbau beginnt.

Ähnlich äußerte sich der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). "Eine Entscheidung ist notwendig, wenn unumkehrbare Dispositionen anstehen und damit die Beschicker und die Stadt in finanzielle Verpflichtungen kommen." Das sei aber noch nicht der Fall. Die Frage könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht verantwortlich beantwortet werden. "Es hängen so viele wirtschaftliche Schicksale am Oktoberfest, dass man eine Absage auf gar keinen Fall leichtfertig machen darf. Und auf der anderen Seite hängt die Gesundheit und möglicherweise das Leben von Menschen daran, ob die Wiesn sicher ist. Auch darüber ist nicht leichtfertig zu entscheiden."

Wiesn 2020? Söder ist skeptisch

Vertreter von Schaustellern und Wirten hatten in der "Bild" eine "Münchner Wiesn" nur für regionale Gäste vorgeschlagen. Der Idee des Vorsitzenden des Münchner Schaustellervereins, Edmund Radlinger, hatten sich "Bild" zufolge die Wiesn-Wirte Michael Käfer von der Käfer Wiesn-Schänke und Günter Steinberg vom Hofbräuzelt angeschlossen.

Die Wiesn soll dieses Jahr von 19. September bis 4. Oktober dauern. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte sich zuletzt skeptisch geäußert, ob das Oktoberfest heuer stattfinden kann. "Da Reisen und Grenzöffnungen ja sehr unwahrscheinlich sein werden, ist das eine andere Situation. Die Wiesn ist das internationalste Fest, in dem die halbe Welt zu Besuch kommt. Und deswegen – wenn überhaupt, dann unter völlig anderen Voraussetzungen."

Oktoberfest nur für Einheimische - ist das rechtlich überhaupt möglich?

Aber wäre es rechtlich überhaupt möglich, Menschen, die nicht in München wohnen, von einer Veranstaltung wie dem Oktoberfest auszuschließen? Ja, sagt Walther Michl, Jurist am Institut für Politik und Öffentliches Recht der LMU: "Prinzipiell sind auch Beschränkungen der Freizügigkeit und Ungleichbehandlungen möglich, wenn sie ein legitimes Ziel verfolgen und zur Erreichung dieses Ziels geeignet, erforderlich und angemessen sind."

Die Eindämmung der Coronavirus-Pandemie sei durchaus ein solches Ziel. Der Rechtswissenschaftler hält eine Wiesn nur für Münchner dennoch für sehr unwahrscheinlich, da zunächst einmal geklärt werden müsse, ob ein Oktoberfest nur für Einheimische eine weitere Ausbreitung des Coronavirus' überhaupt verhindern könne.

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