OB-Büro durchsucht Korruption: Wiesn-Wirt im Visier der Staatsanwaltschaft

Freundschaftliche Bande: Beim Wirte-Einzug sitzen auf der Weinzelt-Kutsche Roland Kuffler und Wiesbadens OB Sven Gerich nebeneinander – ebenfalls an Bord sind Christian Ude und Edith von Welser-Ude sowie Prof. Xiaohui Wamt Wrang. Foto: imago

Vorteilsgewährung? Die Staatsanwaltschaft München untersucht laut Medienberichten die Beziehungen Roland Kufflers zum Wiesbadener Oberbürgermeister.

 

München - Böse Überraschung für Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD). Die Münchner Staatsanwaltschaft vermutet mögliche Korruptionshandlungen und durchleuchtet in diesem Zusammenhang seine Beziehungen zum Münchner Wiesn-Wirt Roland Kuffler.

Laut "Wiesbadener Tagblatt" haben die Münchner Ermittler – aufgrund von Presseberichten aufmerksam geworden – am 11. April mit richterlichem Durchsuchungsbeschluss das Büro des Lokalpolitikers aufgesucht.

Wiesbadener OB macht Urlaub in Kufflers Villa

Den Ermittlern gehe es dabei um Urlaube des hessischen OBs bei Roland Kuffler in St. Tropez, aber auch um Einladungen zum Oktoberfest, inklusive Kutschfahrt. Und ob diese Freundlichkeiten rein privater Natur waren oder aber dazu dienten, die Vergabe von lukrativen Aufträgen in Wiesbaden zu beeinflussen.

Immerhin sei es ein besonderes Privileg in Kufflers Kutsche auf der Wiesn mitzufahren, sagen die Ermittler. Dieses Privileg habe Gerich gleich drei Mal genießen dürfden. Es gehe um den "Verdacht auf Vorteilsgewährung beziehungsweise der Vorteilsannahme", zitiert die Wiesbadener Zeitung eine Münchner Oberstaatsanwältin.

Kuffler Gruppe auch in Hessen aktiv

Die Kuffler Gruppe ist nicht nur in München sondern auch im Rhein-Main-Gebiet aktiv. In der hessischen Landeshauptstadt betreibt Kuffler unter anderem die Gastronomie des altehrwürdigen Kurhauses und des neuen Rhein-Main-Congress-Center. In Frankfurt ist die Kuffler Group mit neun Gaststätten in der Alten Oper und am Flughafen aktiv.

Die "FAZ" hatte berichtet, dass Oberbürgermeister Gerich drei Urlaubsaufenthalte in Südfrankreich bei Kuffler zugeben hat. Allerdings habe der OB stets erklärt, dass er mit Kuffler freundschaftlich verbunden sei und die Annahme dieser Einladungen "Privatsache" gewesen sei. Die Ermittlungen in Sachen Gerich/Kuffler befinden sich noch in einem frühen Stadium. Es gilt natürlich auch in Sachen Kuffler zunächst einmal die Unschuldsvermutung. Roland Kuffler war am Karfreitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kuffler: Eignung als Wiesnwirt in Gefahr?

In München stellt sich bei Wiesn-Wirten bei solchen Verdachtsmonenten schnell die Frage nach deren Zuverlässigkeit. Ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe der begehrten Plätze. Muss Kuffler also um seinen Platz auf der Wiesn bangen?

Klar ist, dass Wiesbadens OB – seit 2013 im Amt – Konsequenzen gezogen hat. Gerich verkündete bereits im Januar, dass er am 26. Mai nicht für eine neue Amtszeit als Oberbürgermeister kandidieren werde.

Lesen Sie hier: Palais an der Oper: Kufflers "California Kitchen" schließt

 

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