Not-Transfer bahnt sich an Ivan Perisic kommt wohl: Kroaten-Power beim FC Bayern

"Zu kroatischen Spielern sage ich: Wir sind Vize-Weltmeister geworden", erklärt Kovac (l.) über den möglichen Neuzugang Perisic. Foto: firo/Augenklick, imago, AZ-Montage

Ivan Perisic, Landsmann von Trainer Niko Kovac, steht vor einem Wechsel von Inter Mailand zum FC Bayern. Ein Comeback von Franck Ribéry wird es nicht geben. Das Trainingslager endet mit einem Gute-Laune-Abend.

 

München/Rottach-Egern - Die ganz große Romantik-Nummer wird es nicht geben beim FC Bayern: Trainer Niko Kovac erteilte den Spekulationen um eine Sensationsrückkehr von Franck Ribéry (36) eine Absage vor dem Pokalspiel bei Energie Cottbus am Montag (20.45 Uhr, ARD, Sky und im AZ-Liveticker).

Die AZ hatte nachgefragt, ob ein Ribéry-Comeback vorstellbar oder komplett ausgeschlossen sei. Kovacs Antwort: "Das Zweite können wir definitiv unterstreichen."

FC Bayern: Ivan Perisic als Not-Transfer

Dass über eine Rückholaktion des französischen Altmeisters überhaupt erst spekuliert wurde, zeigt, wie groß die Not der Münchner in diesem Transfersommer voller Enttäuschungen, Absagen und unerfüllter Wünsche ist. Daran ändert auch die bevorstehende Verpflichtung von Ivan Perisic (30) wenig. Kovacs kroatischer Landsmann kommt auf Leihbasis von Inter Mailand (Kostenpunkt: fünf Millionen plus Gehalt). Im Sommer 2020 könnte Bayern Perisic für rund 20 Millionen Euro fest verpflichten. Es ist ein Not-Transfer nach der Knie-Verletzung von Wunschspieler Leroy Sané (23). Nicht mehr, nicht weniger.

"Ich sage nichts zu Namen", erklärte Kovac nur, als er auf Perisic angesprochen wurde: "Zu kroatischen Spielern sage ich: Wir sind Vize-Weltmeister geworden." Der frühere Wolfsburg- und Dortmund-Profi Perisic spielte in Russland eine starke WM, so wie Mario Mandzukic (33). Auch der Name des Triple-Siegers von 2013 wird bei Bayern diskutiert, als Back-up für Robert Lewandowski. Holt sich Kovac Kroaten-Power ins Team?

Der Trainer gab sich gelassen, was Verstärkungen für den Kader angeht. "Unsere drei Chefs arbeiten fleißig daran, und Sie können sich sicher sein, dass wir bis zum 2. September noch etwas bekommen werden", sagte Kovac. Ihm war wichtig, zu betonen, dass Transfers bei Bayern immer "einstimmige" Entscheidungen seien. Bei Perisic soll es intern jedoch unterschiedliche Meinungen darüber gegeben haben, ob der kroatische Offensivallrounder wirklich weiterhilft. "Ein technisch starker Mann wie Ivan mit so viel Erfahrung kann auf jeden Fall sofort weiterhelfen", lobte Bayerns Ex-Stürmer Ivica Olic (39), der Co-Trainer von Kroatiens Auswahl, in der "Bild" und "Sport Bild".

Was läuft da zwischen Bayern und Bale?

In welchem Punkt sich hingegen alle Bosse einig sind: Mit Perisic wird es das nicht gewesen sein auf der Einkaufseite. Ein Hochkaräter für die Außenbahn soll her (Gareth Bale von Real Madrid wird jetzt gehandelt), gern auch ein Top-Sechser. Javi Martínez (30) ist weiter angeschlagen und verpasst den Pokalauftakt in Cottbus. "Er hat Schmerzen im Knie und darf im Moment nicht mehr machen. Da gehen die Ärzte kein Risiko ein", sagte Kovac.

Dafür wird Zugang Lucas Hernández im Kader stehen, obwohl der Franzose nach seiner Knie-Operation erst eine Woche mit der Mannschaft trainiert hat. Kovac: "Wir nehmen ihn mit für die Atmosphäre und um ihn noch schneller in Deutschland und in die Mannschaft zu integrieren."

Entspannter Teamabend im Trainingslager

Im Trainingslager am Tegernsee konnte man erkennen, dass Hernández gut aufgenommen wurde. Beim Teamabend im Freihaus Brenner auf Einladung von Präsident Uli Hoeneß alberte der Franzose mit Gitarrenkünstler Martínez herum, später sang er zum Einstand vor versammelter Truppe den Klassiker "La Bamba". Überhaupt: Die Stimmung war bestens. Vor dem Essen absolvierte die Mannschaft eine bayerische Olympiade mit "Kuhmelken" und "Gummistiefel-Weitwurf". Neben den Zugängen probierte sich auch Coach Kovac als Karaoke-Sänger – mit "99 Luftballons" von Nena.

Mit dieser Lockerheit und gleichzeitiger Konzentration geht's zum Regionalligisten Energie Cottbus. "Wir möchten zwei Titel verteidigen", kündigte Double-Sieger Kovac an. Ribéry wird dabei nicht helfen. Der Franzose wird von Holland-Klub PSV Eindhoven umworben, dort ist Ribérys Ex-Kollege Mark van Bommel Trainer. Wäre ja auch eine ganz nette Geschichte.

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