Nockherberg 2019 Derblecken-Vorbereitungen und eine prominente Absage

Standen am Donnerstag Rede und Antwort (von links nach rechts): Fastenprediger Maximilian Schafroth, Paulaner-Chef Andreas Steinfatt und einer der beiden Singspiel-Autoren Richard Oehmann bei Nockherberg Pressekonferenz in München. Foto: Daniel von Loeper

Maximilian Schafroth will bei seinem Nockherberg-Debüt graben, beim Singspiel irren CSU-Seelen umher – und eine großkopferte CSU-Seele hat abgesagt.

München - Vor einem Kohlkopf und einer Süßkartoffel übt Maxi Schafroth (34) seine Fastenpredigt: "Söder ist der Kohlkopf und Katha Schulze die Süßkartoffel. Ich versuche, die Rede auswendig zu sprechen, aber wendig zu bleiben."

Der Allgäuer gibt am Dienstag sein Debüt beim Politikerderblecken auf dem Nockherberg – wird aber von einem alten Hasen unterstützt. "Bei der Rede muss der erste Schuss sitzen", sagt Schafroth. Auch deshalb schreibt Thomas Lienenlüke, der auch schon Luise Kinseher mit ihrer Rede geholfen hat, mit Schafroth. "Ich bin ich. Und werde meine Beobachtungen zum politischen Zirkus äußern. Dabei werde ich ganz natürlich sprechen, denn das wirkt am stärksten."

Schafroth: "Dickes Fell bei Konsequenzen"

Dabei setzt Maxi Schafroth nicht auf derbe Witze. "Ich bin der, der von unten gräbt und nicht der, der von oben mit der Motorsäge kommt." Als Hauptrecherchemedien nennt er den Landtag, das Allgäuer Bauernblatt und den Bayernkurier.

Weniger Nervosität als Vorfreude scheint bei Schafroth zu herrschen. "Ich habe ein relativ dickes Fell, was die Konsequenzen angeht, weil die Rede jetzt so ist, wie ich mich wohlfühle."

Ob sich die Politiker mit dem neuen Redner auch wohlfühlen? "Wir haben heuer sogar eine Warteliste und hoffen, dass wir alle unterkriegen", sagt Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. Bei vielen Bundespolitikern ist’s noch unsicher, ob sie kommen, Alexander Dobrindt und Andreas Scheuer aber haben schon zugesagt, verrät Steinfatt: "Sofern sie es mit der Verkehrssituation herschaffen, werden sie kommen."

Verlorene CSU-Seelen und kein Seehofer 

Einer, der viele Jahre Dauergast war und dauerderbleckt wurde, hat heuer für die Salvatorprobe abgesagt: Horst Seehofer wird zwar wieder von Christoph Zrenner im Singspiel dargestellt, aber der Innenminister höchstpersönlich kann nicht kommen. Man darf davon ausgehen, dass er um 19 Uhr vor dem Fernseher sitzt oder zumindest den AZ-Newsblog während einer Sitzung mitliest.

Das Singspiel trägt den nichtssagenden Titel: "Das kleine Glück oder da müsste mal was gemacht werden". Laut den Machern Stefan Betz und Richard Oehmann, die heuer zum zweiten Mal auf dem Nockherberg inszenieren, spielt es an einem Ort, "wo die verlorenen Seelen der CSU herumgeistern." Ein Singspiel im Landtag, denkt man da. Klingt spröde. Doch wie jedes Jahr gibt’s aus dem Team nur Andeutungen. "Es nimmt keinen Bezug auf einen Film", verrät Oehmann. Außerdem: "Seehofer kommt vor." Und: "Den Söder haben wir durch den Weichspüler gedreht."

Autoren blicken in die Zukunft Bayerns

Der musikalische Leiter Tobi Weber, der acht Musiker und drei Sängerinnen mitbringt, freut sich, dass ihm heuer kein Thema wie "Wilder Westen" vorgegeben ist: "Ich durfte mich richtig austoben. Es gibt nichts, was nicht dabei ist." Um große inhaltliche Lücken zu überbrücken, wie es Oehmann formuliert, wurde sogar ein Tanztrio engagiert.

Ein wichtiges Thema, das aber das Stück nicht tragen soll, ist die "große Männerfreundschaft Söder-Aiwanger". Die Autoren blicken aber auch in die Zukunft: "Wir haben uns Gedanken über die Nachfolge von Söder gemacht und geben eine entsprechende Antwort", sagt Oehmann. Betz ergänzt: "Die bayerische Geschichte endet mit Söder. Bayern wird an Österreich übergeben."

Das wäre insofern schad’, weil man nicht weiß, ob dann die Tradition des Derbeckens weitergeführt wird.

Lesen Sie auch: Auf unserer Themenseite finden Sie alle Informationen rund um den Nockherberg 2019

 

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