Niederlage gegen ManCity Bayern-Schlappe als Warnung: "Dann bist Du raus"

Die Bayern-Spieler mussten am Ende doch als Verlierer vom Platz gehen in der Champions-League-Partie bei Manchester City. Foto: dpa

18-mal war Bayern München ungeschlagen, bei Manchester City ist die Serie in der Champions League nun unglücklich gerissen. Warum es trotz der Umstände eine Warnung war.

 

Manchester - Pep Guardiola wirkte regelrecht abwesend. Gedankenversunken saß der Trainer von Bayern München in der Pressekonferenz - als liefe vor seinem geistigen Auge der Film dieses Spiels noch einmal ab. "Wenn so etwas im Achtelfinale oder Viertelfinale passiert", sagte der Spanier grübelnd und leise nach dem sehr unglücklichen 2:3 (2:1) bei Manchester City, "dann bist du raus. Vielleicht ist es eine Lehre für uns."

Guardiola war seinen Spielern keineswegs böse, er betonte wiederholt, dass sie diese Niederlage nach einem leidenschaftlichen Kampf in Unterzahl nicht verdient hatten. Er wollte aber darauf hinweisen, dass Fehler wie am Dienstagabend in der Champions League eben nicht verziehen werden. Auch nicht dem FC Bayern. "Es tut gut, dass es diesmal passiert ist", sagte Guardiola noch.

Etwas später beim Bankett im noblen The Lowry Hotel lächelte der 43-Jährige schon wieder ein bisschen, auch wenn sein Blick noch manchmal ins Leere ging. Ähnlich fühlte sich wohl Xabi Alonso, der an seinem 33. Geburtstag zu einem der Pechvögel geworden war. Den Kuchen und das kleine Präsent von Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nahm der Spanier dennoch ebenso erfreut entgegen wie das kleine Ständchen der Saalgäste. "Ich bin kein Freund davon, eine Niederlage schönzureden. Und es war eine Niederlage, die man hätte vermeiden können", sagte Rummenigge dann über den Abend im Etihad Stadium, "aber es gibt keinen Grund, etwas zu dramatisieren. Es wird der Stimmung nicht schaden".

Diese dürfte sich ohnehin bereits am Freitag bei der Jahreshauptversammlung wieder deutlich aufhellen, wenn der Branchenkrösus erneut Rekordzahlen präsentiert und sich dabei selbst zelebriert. Genauso wird sich Hertha BSC vor dem Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) auf eine Reaktion einstellen dürfen, denn "diese Punkte sind wichtiger als die hier", wie Nationaltorwart Manuel Neuer sagte.

Es war gleichwohl höchst ungewöhnlich, was sich die Bayern beim englischen Meister an individuellen Patzern erlaubten. Es waren ja nicht nur der furchtbare Querpass von Alonso ("Mein Fehler hat alles über den Haufen geworfen") vor dem Ausgleich und die technische Unzulänglichkeit des ansonsten überzeugenden Jerome Boateng - beide Male profitierte der Argentinier Sergio Agüero (85., 90.+1). Es war vor allem auch das korrekt mit Rot bestrafte Foul des tapsigen Mehdi Benatia, das den Rekordmeister ab der 20. Minute benachteiligte. "So dumm kann ich als Profi nicht hingehen", schimpfte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer bei Sky. Auch hier hieß der Nutznießer per Foulelfmeter Agüero (21.). Neuer sah darin die Ursache für die späten Malheure von Alonso und Boateng. "Das waren zwei Einladungen, die passieren, wenn die Kräfte schwinden", sagte er dazu.

Allerdings war ebenso bemerkenswert, mit welcher Leidenschaft und welchem Kampfgeist sich der FC Bayern, der sich ja bekanntlich schon als Gruppenerster für das Achtelfinale qualifiziert hatte, in Unterzahl zur Wehr setzte. Durch Alonsos cleveren Freistoß (40.) und Robert Lewandowskis Kopfball (45.) drückte sich dies auch in Toren aus. "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte Guardiola daher ebenfalls nicht zu Unrecht. Kapitän Neuer fand, "dass wir es klasse gemacht, uns aber nicht belohnt haben". Und Boateng schob nach, was womöglich vor allem bei der Hertha schon jetzt ein Magengrummeln verursacht: "Ich hasse Niederlagen, aber diese zwei blöden Fehler werfen uns nicht um

 

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