Neuraum Das Ausfalltor der Wiesn

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Abends, wenn die Bierzelte schließen, bildet sich vor dem Neuraum an der Hackerbrücke eine lange Schlange. Foto: Neuraum

Das Neuraum an der Hackerbrücke liegt so günstig, dass viele Wiesn-Gänger gar nicht anders können, als dort nach dem Bierzelt-Besuch dort noch eine Runde zu drehen.

 

Der Club Neuraum liegt so nah bei der Wiesn, dass manch ein Besucher da etwas durcheinander bringt. Heuer ist einer im Club eingeschlafen, es war wohl eine Maß zu viel. An der Musik kann es jedoch nicht gelegen haben. Am Wochenende schallt dort auf vier Floors eine bunte Querbeet-Mischung durch den Raum, Black und HipHop, Schlager und Elektro.

Fürsorglich haben Mitarbeiter den jungen Mann aufgeweckt, ihm etwas Antialkoholisches zu trinken gegeben und ihn dann an die frische Luft begleitet. Da muss er wieder ein Ründchen geschlafen haben, doch nicht lange. Stand er doch kurze Zeit später wieder vor der Tür und fragte: „Derf i wieda nei ins Zelt?”

Die Wiesn ist der Saisonstart für den Neuraum an der Arnulfstraße. Wegen der Stammstrecken-Sperrung war im Sommer weniger los. Jetzt aber kommen die Massen über die Hackerbrücke. „Wir sind die Einfallschneise – oder eher Ausfallschneise der Wiesn-Besucher”, sagt Betreiber Dierk Beyer.

Rund 2500 Wiesn-Wütige feiern am Wochenende im Neuraum, unter der Woche sind zwei der vier Floors offen. Auch dann sind knapp tausend Leute aus der ganzen Welt da und tanzen. „Das ist verrückt. Da kam einer aus New York und erzählte uns, dass seine Kumpels im vergangenen Jahr einen tollen Abend hier hatten und ihm den Neuraum empfohlen hätten”, sagt Beyer.

Auch wenn die Musik die gängigen Geschmäcker bedient, gibt es ein Eck für das Außergewöhnliche. Draußen im Biergarten, wo sich auch die Raucher treffen, bestimmt immer der Dienst habende Barkeeper, was aus den Boxen tönt. Dann kommt mal Heavy Metal, mal 20er-Jahre-Musik, je nachdem, was der Ausschenkende auf seinem i-Pod hat.

Draußen im Biergarten gibt es bis spät in die Nacht auch Burger (ab 3,50 Euro), Prosecco (6 Euro) und Helles (3 Euro). Eine Maß Bier sucht man hier vergeblich, genauso wie üppig-verklärende Wiesn-Deko. Ein paar dezente weiß-blaue Rauten im Eingang, sonst gibt’s das Wiesn-Flair nur im kleinsten Party-Raum, der so genannten Keksdose.

Aber wofür braucht es auch Oktoberfest-Deko? Es reicht ja schließlich, dass das junge Wiesn-Publikum aus München und der ganzen Welt die Stimmung vom Festzelt in den Neuraum trägt.

Arnulfstraße 17, täglich ab 22.30 Uhr, www.neuraum.net

 

0 Kommentare