Neuer BA-Chef München-Pasing: Verkehrschaos im alten Viertelkern

Das Zentrum von Pasing soll attraktiver werden. Außerdem fordert der neue BA-Chef ein Tempolimit. Foto: Petra Schramek

Der neue BA-Chef Frieder Vogelsgesang will das Zentrum von Pasing zur Tempo-20-Zone machen.

 

Pasing - Er ist ein alter Hase. Seit 27 Jahren ist Frieder Vogelsgesang bei jeder Sitzung des BA Pasing-Obermenzing dabei. Ab 1993 als Journalist und Berichterstatter für seinen "Blutenburger Kurier".

2008 wird der Obermenzinger für die CSU in das Gremium gewählt. Seit Mai 2020 ist er nun BA-Chef: "Bei drei Wahlen war ich der mit den meisten Stimmen. Kopf zu sein, ist eine interessante Aufgabe", sagt der 58-Jährige.

Pasing: CSUler ist neuer BA-Chef

Sein Vorgänger Romanus Scholz (Grüne) ist ab jetzt Stellvertreter, obwohl die Grünen bei der Kommunalwahl 2020 die neue stärkste Kraft in Pasing-Obermenzing geworden sind. Nahezu verdoppelt haben sie die Zustimmung zu ihren politischen Zielen im Münchner Westen: auf 34,4 Prozent. Die CSU erreichte 31,2 Prozent (8,5 Prozent Verlust) und die SPD rutschte um 9,7 auf 20,2 Prozent ab.

"In der Politik kann keine Partei allein regieren. Man braucht immer einen Partner", dies sei seine wichtigste persönliche Erfahrung in der Politik, so Frieder Vogelsgesang. Und so gaben nun die Grünen ihren Vorsitz an den Häufelkönig von der CSU ab.

Für die nächsten Jahre ist das Hauptthema des neuen BA-Chefs, den zweiten Pasinger S-Bahn-Halt Berduxstraße voranzutreiben.

Forderung: Tempo 20 im ganzen Pasinger Zentrum

Hintergrund: "Das Wohngebiet an der Paul-Gerhardt-Allee ist wirklich schlecht angebunden. In Zukunft müssen 5.500 neue Bewohner mit dem Pendelbus aus ihrer Ecke zum Pasinger Bahnhof gebracht werden", beklagt er. Erst die Infrastruktur, dann die Bevölkerung, laute die Forderung der CSU.

Im Pasinger Zentrum gibt es große Probleme zu lösen: Einbahnstraßen werden übersehen, Stellplätze für Lieferverkehr würden von Dauerparkern missbraucht. An Tempo 30 in der Rathausgasse halten sich nur wenige Autofahrer. Die Konsequenz: "Eine Forderung heißt Tempo 20 im ganzen Pasinger Zentrum", erläutert der BA-Chef. Außerdem hofft er auf einen Parklizenzbereich, in dem das Kreisverwaltungsreferat Knöllchen verteilen kann.

"Ich will Pasings Zentrum aufwerten", sagt Frieder Vogelsgesang. Denn viele kleine Geschäfte sind seit dem radikalen Umbau und der Eröffnung der Pasing Arcaden eingegangen. "Der Hugendubel war früher ein Magnet in der Bäckerstraße", findet Vogelsgesang. In den Pasing Arcaden sei der Buchladen weit weniger attraktiv.

Zwei Apotheken haben inzwischen zugemacht und zwei Schuhgeschäfte. In das denkmalgeschützte Kopfmiller-Haus, das Knöpfe und Stickgarn verkaufte, ist eine Wettbude gezogen, mit zugeklebten Fenstern – direkt am Pasinger Marienplatz.

"Würde mich freuen, wenn mehr Neubürger nach Pasing kommen"

"Es gab Geschäfte, die konnten gegen die Pasing Arcaden nicht anstinken, aber es muss doch hinzukriegen sein, dass sich Pasing und die Arcaden befruchten. Pasings Zentrum braucht mehr Anziehungskraft!", fordert Frieder Vogelsgesang. Positiv dafür ist, dass die Eisdiele Portofino ihre Möblierung bereits auf den Bürgersteig stellen darf.

Nach seinem Lieblingsort im Bezirk gefragt, sagt Frieder Vogelsgesang: "Jeder Biergarten entlang der Würm." Am Wochenende fährt der Architekt mit seiner Moto Guzzi 1200 von Pasing in die Berge und dann die Alpenpässe rauf und runter.

Der Vorsitzende des Vereins "Bürgervereinigung Obermenzing" (1.000 Mitglieder) und Mitglied der "Freunde Schloss Blutenburg" wünscht sich, dass sich die Menschen wieder mehr kennenlernen: "Pasing und Obermenzing sind wahnsinnig gewachsen. Wir haben zusammen über 60 Vereine. Ich würde mich freuen, wenn mehr Neubürger den Kontakt suchen."

Eine Gelegenheit? Ab Mitte Juli öffnet im Schlosshof der Blutenburg seine Sommerbühne.

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