Nach P1-Verkauf Michael Käfer: "Ein bisschen hat mein Herz schon geblutet"

"Das P1 soll ein junger Club bleiben, ich bin froh, dass die neue Generation diese Tradition weiterführt", sagt Michael Käfer. Rechts im Bild: Franz Rauch. Foto: imago

Nach 33 Jahren verkauft Michael Käfer das legendäre P1 – auch um dessen Zukunft zu sichern. Franz Rauch übernimmt den Club. Für ihn ist dieses Geschäft eine Familienangelegenheit.

München - So hart die Tür einst war, so eisern schwiegen auch alle Beteiligten die letzten Wochen. Doch die Gerüchte brodelten wie Münchens Nachtleben. Jetzt ist es offiziell: Michael Käfer, Feinkost-König und langjähriger Hauptanteilseigner vom P1, hat Deutschlands wohl berühmteste Disco verkauft. Nach 33 Jahren hat er sich aus dem legendären Promi-Club im Haus der Kunst zurückgezogen. Sein Partner, Groß-Gastronom Franz Rauch (Knödelei, Wirtshaus in der Au, Wirtshaus Zur Brez’n, Wirtshaus Zum Straubinger), hat Käfer dessen Anteile abgekauft – 54 Prozent.

"P1 gehört zu München wie der Eisbach und der Englische Garten"

Der AZ bestätigt Franz Rauch den Nachtleben-Deal: "Ja, es stimmt. Michael und ich sind uns einig geworden, ich habe seine 54 Prozent vom P1 übernommen. Zusammen mit meiner Frau Nora und unserem Sohn." Sohn Sebastian Goller ist bereits Geschäftsführer vom "Oanser", wie das P1 im Szene-Jargon genannt wird. Seine Zukunft scheint nun gesichert. Rauch dazu: "Das war mir auch wichtig: Dass unser Sohn das P1 noch lange weiterführen kann. Ich werde das P1 immer lieben, es gehört zu München wie der Eisbach und der Englische Garten."

Türsteher ließ Käfer nicht in den eigenen Club

Bis zu dem Deal gehörten Franz Rauch 23 Prozent vom P1. Weitere 23 Prozent liegen bei Florian Oberndorfer, der Partner von Rauch bei den Wirtshäusern und auf der Wiesn mit der Knödelei ist. Nach AZ-Informationen soll Rauch Käfer eine Million Euro gezahlt haben. Die Beteiligten wollen über das Finanzielle nicht reden. Dafür sagt Michael Käfer zur AZ: "Ein bisschen hat mein Herz schon geblutet, aber ich war die letzten Jahre nicht mehr im P1." Und er fügt amüsiert hinzu: "Es kam zuletzt ja auch mal vor, dass mich der Türsteher nicht reingelassen hat. Was ich im Übrigen verstehe. Das P1 soll ein junger Club bleiben, ich bin froh, dass die neue Generation diese Tradition weiterführt."

Hier feierten schon die Stones und Jennifer Lopez

In den 80ern wurde der ehemalige amerikanische Offiziersclub in der Prinzregentenstraße 1 zu einem der bekanntesten Clubs auf der ganzen Welt. Hier feierten die Rolling Stones, Freddie Mercury, Tina Turner und der damals reichste Mann der Welt, Waffen-Händler Adnan Khashoggi, der seine Entourage mit 80 S-Klasse-Mercedes-Limousinen vorfahren ließ. Puff Daddy und Jennifer Lopez ließen hier einst den Champagner spritzen und waren noch lange so berauscht von dieser Nacht in München, dass sie die 10.000-Mark-Rechnung erst Wochen später überweisen ließen. Leonardo DiCaprio ging im Oanser auf Tuchfühlung mit den Bussi-Beautys der Nacht, Oliver Kahn lernte an der Bar Freundin Verena Kerth kennen.

Wildes Wohnzimmer der Schönen und Reichen

Die Schönen und Sportlichen, Reichen und Royalen hatten und haben im P1 ihr wildes Wohnzimmer gefunden. Das soll auch so bleiben. Dafür, dass das P1 weiterhin vom Glück geküsst sein wird, spricht allein schon diese Tatsache: Franz Rauch hat in jungen Jahren mehrmals im Lotto gewonnen. Für ein solches Schoßkind des Glücks kann es ja nur weiter aufwärts gehen. Denn das "Oanser" ist besser als jeder Sechser.

 

1 Kommentar