Nach Mayrhofer-Rücktritt Die Trümmerlöwen: So geht es jetzt weiter bei 1860

Führungslos: Der zurückgetretene Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer hinterlässt bei den Löwen viele Fragezeichen. Foto: dpa

Der Rücktritt von Boss Mayrhofer und Co. stürzt den TSV 1860 München weiter in die Krise. Wer bestimmt jetzt? Was passiert nun? Was sagen die Fans? Die AZ erklärt’s.

 

München - „Vielen Dank an die echten Löwen für Eure Unterstützung, es war mir eine Ehre, Euer Präsident zu sein. Einmal Löwe, immer Löwe!“: Das schrieb Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer auf seine Facebook-Seite, um sich von den Fans nach seinem Rücktritt zu verabschieden. Das Präsidium hinterlässt beim TSV 1860 einen Trümmerhaufen.

Die Löwen bemühten sich schnell um Schadensbegrenzung, verkündeten tags darauf die Vertragsverlängerung von Trainer Torsten Fröhling, Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek stellte klar, dass die Löwen „absolut handlungsfähig“ seien. Am Samstagabend hielt der Verwaltungsrat eine Krisensitzung ab. Die AZ mit den wichtigsten Fragen und Antworten.

Was hat die Sitzung des Verwaltungsrats ergeben? Christian Waggershauser ist laut einem Bericht der „SZ“ neuer Verwaltungsrat-Boss. Sigi Schneider, bisheriger Vorsitzender, hatte schon vor längerer Zeit bekundet, sein Amt niederlegen zu wollen und dies nun getan. Es sind allerdings bisher keine Nachfolger für Ober-Löwe Gerhard Mayrhofer, seine Vizes Erik Altmann und Heinz Schmidt sowie Beirat Karl-Christian Bay bestimmt worden.

Könnte bedeuten, dass sich die Suche schwierig gestaltet. Die Löwen suchen also weiterhin einen Kandidaten für mindestens zwei Positionen im Übergangspräsidium, drei im Aufsichtsrat und zwei im Beirat der Geschäftsführung. Die für Sonntag geplante, aber kurzfristig abgesagte Mitgliederversammlung wird Ende Juli stattfinden.

Was muss jetzt passieren? Laut Satzung muss der Verwaltungsrat für jedes ausgeschiedene Präsidiumsmitglied ein Ersatzmitglied „für die Zeit bis zur nächsten (gegebenenfalls außerordentlichen) Mitgliederversammlung“ wählen. Dort wählen die Mitglieder einen neuen Verwaltungsrat, der einen neuen Präsidenten vorschlägt, welcher wiederum von den Mitgliedern gewählt werden muss. Sollte der Verwaltungsrat das Interims-Präsidium nicht bestimmen, könnte das Amtsgericht einen Notvorstand bestellen. Bis die Löwen wieder ein ordentliches Präsidium haben, vergehen vermutlich Monate. Somit ist weder eine baldige Wiederaufnahme der Gespräche mit Hasan Ismaik über den Verkauf seiner Anteile zu erwarten, noch kommt es zu einer Verpflichtung von Felix Magath.

Darf Trainer Torsten Fröhling bleiben? Ja, vorerst. Das Präsidium hatte seiner Vertragsverlängerung in seiner letzten Amtshandlung zugestimmt. Fröhling zur AZ: „Es ist schön, dass jetzt Klarheit herrscht. Das Präsidium wollte mich, Sportchef Gerhard Poschner wollte mich, das ist sehr gut. Jetzt müssen wir schnellstmöglich eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen.“

Was passiert mit Sportchef Gerhard Poschner? Viele Fans, der Verwaltungsrat und das zurückgetretene Präsidium wollten seinen Rauswurf wollten. Nach dem Aus von Mayrhofer und Co. geht Poschner, der Fröhling als „Schlüsselpersonalie“ bezeichnete, vorerst gestärkt aus dem Machtkampf hervor. Er könnte aber weiterhin von einem Notvorstand an Investor Hasan Ismaik vorbei entlassen werden.

Wie reagieren die Fans? Mit einer Unterschriften-Aktion an der Grünwalder Straße. Der 1860-Fanrat rief nach der abgesagten Mitgliederversammlung, die er für „nicht hinnehmbar“ hielt, alle Löwen-Mitglieder dazu auf, mit ihren Unterschriften eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Die sei „gemäß unserer Satzung das oberste beschließende Vereinsorgan und muss besonders in diesen turbulenten Tagen stattfinden.“ Dazu braucht es 2,5 Prozent der stimmberechtigten Anhänger. Am Sonntag wurden die 480 Unterschriften noch nicht erreicht, die Aktion wird aber am Montag ab 13 Uhr fortgesetzt.

 

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