Nach Listerien-Skandal Razzia bei Sieber – Staatsanwaltschaft durchsucht Metzgerei

, aktualisiert am 15.06.2016 - 14:56 Uhr
Die Staatsanwaltschaft München II hat bei Sieber eine Razzia durchgeführt. Foto: dpa

Rund eine Woche nachdem die Großmetzgerei Sieber Insolvenz angemeldet hat, hat die Staatsanwaltschaft München II die Büroräume des Unternehmens in Geretesried durchsucht.

 

Geretesried – Wie Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich bestätigte, stehen die Durchsuchungen in Zusammenhang mit dem Listerien-Skandal. Bei der Aktion sind offenbar Akten und digitale Daten sichergestellt worden. Laut Heidenreich ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetz gegen Sieber.

Verkaufsstopp trieb Sieber in die Insolvenz

Nachdem auf mehreren Wurstprodukten der Firma Sieber gefährliche Listerien gefunden wurden, hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ende Mai einen Produktions- und Verkaufsstopp verhängt. Infolge dessen sollen Sieber laut Angaben eines Firmensprechers täglich rund 100.000 Euro Verlust entstanden sein, zudem sei bereits angekaufte Rohware im Wert von gut 1,5 Millionen Euro verdorben.

Am 07. Mai verkündete Sieber-Geschäftsführer Dietmar Schach, dass der Betrieb aufgrund der hohen Verlust nicht weitergeführt werden könne: "Es ist aus!" Noch am selben Tag meldete Sieber Insolvenz an. Zuletzt bemühte sich Insolvenzverwalter Josef Hingerl, eine Zukunftsperspektive für die angeschlagene Großmetzgerei aufzuzeigen. Wie sich die aktuelle Razzia auf diese Pläne auswirkt, ist ungewiss.

 

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