Nach Kritik an Hbf-Neubau SPD über Spaenle: "Nicht gerade großstädtisch"

So wird der neue Hauptbahnhof voraussichtlich aussehen. Foto: Im Blickpunkt

Kultusminister Ludwig Spaenle hat seinen Unmut über den geplanten Neubau des Münchner Hauptbahnhofs geäußert – und damit wiederrum den Unmut der SPD-Stadtratsfraktion auf sich gezogen.

München – Nachdem sich der Stadtrat längst für den Entwurf des Architekturbüros Auer Weber ausgesprochen hat, kam die Kritik des Landesministers offenbar für viele Abgeordnete überraschend. Spaenle hatte verlauten lassen: "Die Pläne mit dem monströsen Hochhaus stören die Stadtsilhouette massiv". Zudem hält der die aktuelle "Außenhaut" des Hauptbahnhofs für schützenswert.

Bei SPD-Stadtrat und Planungssprecher Christian Amlong stößt das auf Unverständnis: "Wir können uns ein Hochhaus an dieser Stelle nach wie vor gut vorstellen. Wo, wenn nicht hier an einem der zentralsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt? Eine Untersuchung hat ergeben, dass es durch den Bau keine wesentlichen Störungen der Sichtachsen auf Münchens historische Türme gäbe. Wenn Minister Spaenle da zu einer anderen Einschätzung kommt, würden wir gerne wissen,auf welcher Grundlage er dies tut. […] Absurd ist aus meiner Sicht die Einschätzung, die jetzige Außenhaut des  Hauptbahnhofs sei erhaltenswert. Dass der Hauptbahnhof derzeit wenig ansprechend wirkt und nicht gerade ein Aushängeschild ist, sieht leider jeder, der dort ankommt oder abfährt."

Noch deutlichere Worte findet sein Fraktionsvorsitzender: "Die Äußerungen von Minister Spaenle sind irritierend. […] Im vorigen April hat der Stadtrat den Planungen nahezu einstimmig – übrigens auch mit den Stimmen der CSU – zugestimmt. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, ist scheinbar auch Herr Spaenle aufgewacht und verkündet seine Sicht der Dinge, die unserer Meinung nach nicht gerade großstädtisch ist. Es scheint so, als ließe der Minister aus Schwabing seine Wünsche fürs Münchner Stadtbild plötzlich eher von Sonntagsausflügen aufs Land beeinflussen."

 

3 Kommentare