Nach Eklat im Dortmund-Spiel Leverkusen: DFB-Verfahren gegen Schmidt und Völler

Schiedsrichter Felix Zwayer (Mitte) umringt von den Leverkusenern André Ramalho, Kyriakos Papadopoulos, Stefan Kießling und Karim Bellarabi (von links). Foto: dpa

Der DFB-Kontrollausschuss hat reagiert: Nach dem durch Roger Schmidt provozierten Eklat im Spiel gegen Dortmund gibt's ein Verfahren gegen den Bayer-Coach. Und gegen Rudi Völler.

 

Leverkusen - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes hat auch ein Ermittlungsverfahren gegen Leverkusens Trainer Roger Schmidt und auch gegen Bayer-Sportchef Rudi Völler  eingeleitet.

Der 48-jährige Schmidt wurde zeitnah zu einer Stellungnahme zu den Vorkommnissen im Bayer-Heimspiel am Sonntag gegen Borussia Dortmund aufgefordert.

Schiedsrichter Felix Zwayer hatte Schmidt nach dessen heftigen Protesten aufgrund des 0:1-Gegentreffers aus dem Innenraum verbannt. Der Coach kam allerdings der Aufforderung nicht nach, sondern blieb in der Coachingzone vor der Bayer-Bank stehen.

Schmidt will sein Verhalten nach dem Eklat anpassen, sich dabei aber treu bleiben. "Ich werde weiter an mir arbeiten. Aber wenn ich nicht mehr aufstehen soll, um meine Mannschaft zu unterstützen, kann ich auch gleich zu Hause bleiben", sagte der 48-Jährige am Montag im Interview mit "Sky Sport News HD".

Der ehemalige DFB-Teamchef Völler hatte Schiri Zwayer am Sonntag vorgeworfen, absichtlich den Handelfmeter gegen Borussia Dortmund beim 1:0-Erfolg gegen Bayer in der 71. Minute nicht gepfiffen zu haben.

Völler hatte bei "Sky" geätzt: "Aber er hat sich ja revanchiert. Deswegen hat er auch nicht den Elfmeter gepfiffen. Na, dann gleicht sich ja wieder alles aus." Vor dem Handspiel von Dortmunds Sokratis im Strafraum war Bayer-Trainer Roger Schmidt vom Unparteiischen (68.) auf die Tribüne verbannt worden.

Nachdem der Coach dem Innenraumverweis des Referees trotz wiederholter Aufforderung nicht nachgekommen war, hatte Zwayer die Begegnung unterbrochen und nach neunminütiger Pause fortgesetzt. Schmidt hatte die restliche Partie in der Kabine im Fernsehen verfolgt.

"Schuldangemessene Sanktion"

Bereits vor der der offiziellen Eröffnung hatte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses eine Strafe angekündigt. "Es wird sicher eine Sanktion geben. Aber welche, das kann ich noch nicht sagen", sagte Anton Nachreiner "Sport1". Man werde versuchen "eine schuldangemessene Sanktion zu finden".

Grundlage für die Ermittlungen des Sportausschusses ist ein Sonderbericht von Schiedsrichter Zwayer. Bereits am "Dienstagnachmittag oder am Mittwoch" werde es eine Entscheidung geben, kündigte Nachreiner an.

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Bundesligist Bayer Leverkusen will nach dem Eklat um Cheftrainer Roger Schmidtunterdessen vorerst keine weitere Stellungnahme abgeben.

"Ich werde mich zu diesem Thema nicht äußern. Es ist dazu viel gesagt - Qualifiziertes und Unqualifiziertes", erklärte Bayer-Geschäftsführer Michael Schade.

"Warten wir ab, was passiert. Es nützt doch nichts, Öl ins Feuer zu gießen." Er habe mit Trainer Schmidt besprochen, das Geschehen öffentlich nicht weiter zu kommentieren.

Rückendeckung für Zwayer

Nach dem Eklat um Bayer Leverkusens Trainer Roger Schmidt im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund (0:1) am Sonntag hat Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel eine Lanze für Referee Felix Zwayer gebrochen.

"Zwayer hat in der Situation nach dem Dortmunder Treffer regeltechnisch richtig entschieden. Wenn sich ein Spieler oder eben der Trainer nach einem Platzverweis weigert, den Innenraum zu verlassen, ist die Spielunterbrechung und die Androhung eines Abbruchs die richtige Entscheidung", wurde Fandel in einer DFB-Mitteilung zitiert.

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"Man muss sagen, dass es vorher schon emotional herging auf dem Platz und auch an der Außenlinie. Von daher kann es sein, dass man ein bisschen zu viel gesehen hat, was gar nicht so war in dem Fall. Der Schiedsrichter hat in dieser Situation aber völlig richtig gehandelt."

Auch BVB-Kapitän Mats Hummels nimmt Zwayer in Schutz. "Er hat gesagt, dass es natürlich nicht geht, dass ein Trainer versucht, dem Schiedsrichter zu sagen, was er zu sagen hat. Es ist auch völlig nachvollziehbar, dass eine gewisse Autorität gewahrt werden muss. Es ist schon schwierig genug, wenn man sich bei jeder Entscheidung praktisch gegen zig Leute auf dem Platz durchsetzen muss. Deswegen kann ich absolut nachvollziehen, dass er so gehandelt hat. Das muss man dann auch so hinnehmen", wird Hummels auf "dfb.de" zitiert.

 

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