Nach Bastian auch Tobias Schweinsteiger-Ära beim FC Bayern geht zu Ende

, aktualisiert am 10.07.2018 - 10:13 Uhr
Tobias Schweinsteiger steht bis 2019 beim FC Bayern unter Vertrag. Aber der Verein hat zur Zeit keinen Trainerposten für ihn. Foto: imago

Nach Bastian verlässt nun wohl auch Bruder Tobias, der bisherige Co-Trainer der Bayern-Amateure, den Verein. Nach AZ-Informationen konnte er sich mit der Klubspitze nicht auf eine neue Position einigen.

München - Am 28. August kommt der "Fußballgott" noch einmal als Spieler in die Allianz Arena: Bastian Schweinsteiger tritt mit seinem US-Klub Chicago Fire bei den Münchnern zu einem Testspiel an, drei Jahre nach seinem Wechsel zu Manchester United sagt der Weltmeister den Fans des FC Bayern offiziell Servus.

Die Partie ist gleichbedeutend mit dem Ende der Schweinsteiger-Ära im Klub – und das hat nicht nur Basti zu tun. Denn auch Tobias Schweinsteiger (36), der knapp zweieinhalb Jahre ältere Bruder des Mittelfeldstars, wird die Roten wohl verlassen. Nach AZ-Informationen ist Schweinsteiger nicht länger als Co-Trainer der Amateurmannschaft tätig – trotz Vertrags bis 2019.

Zunächst hatte die "Welt" darüber berichtet. Bayern wollte die Trennung auf Nachfrage nicht bestätigen. Wie die AZ allerdings erfuhr, konnte sich Schweinsteiger mit der Vereinsspitze nicht über eine neue Position im Klub einigen.

Bis zum Sommer war der frühere Offensivspieler (u.a. VfB Lübeck, Jahn Regensburg, FC Bayern II) bei den Amateuren als Co-Trainer von Tim Walter tätig, der sich nach der Saison Zweitligist Holstein Kiel anschloss. Dem Vernehmen nach hätte auch Schweinsteiger nach Kiel wechseln können, doch er wollte seine bayerische Heimat nicht verlassen.

Unter dem neuen Amateure-Coach Holger Seitz war dann kein Platz für Schweinsteiger im Trainerteam vorgesehen. Und den Posten als Co-Trainer von Miroslav Klose in der U17 wollte Schweinsteiger offenbar nicht haben. Er sieht sich als Chefcoach, schielte wohl auf den Seitz-Job.

Tobias Schweinsteiger: Volle Punktzahl bei A-Lizenz-Erwerb

Das Selbstvertrauen des Trainertalents hat durchaus Gründe: Vor etwa einem Jahr schloss Schweinsteiger, der im U23-Team für seinen menschlichen Umgang ebenso geschätzt wurde wie für sein Taktikwissen, die Prüfung für die A-Trainerlizenz mit der vollen Punktzahl ab.

Das schaffte vor ihm nur ein gewisser Thomas Tuchel. In der Bayern-Mannschaft, die am Donnerstag beim VfB Eichstätt ihr erstes Spiel in dieser Regionalliga-Saison bestreitet, hat das Schweinsteiger-Aus indes für keine große Verwunderung gesorgt. Die Thematik war den Spielern schon länger bekannt, Unruhe gibt es im Team nach AZ-Informationen deshalb nicht.

Tobias Schweinsteiger: Wie geht es mit dem Fan-Liebling weiter?

Das Ziel für die kommende Saison ist klar: Nach dem Aufstieg des TSV 1860 in der vergangenen Spielzeit wollen die kleinen Bayern nun nachziehen – und endlich ebenfalls hoch in die 3. Liga. Schweinsteiger, der 2015 als Assistent von Tim Walter in der U17 begann und 2017 die erste B-Jugend-Meisterschaft seit zehn Jahren holte, wird dann nicht mehr dabei sein.

Wie es mit dem Fan-Liebling weitergeht? Unklar. Es ist ein bitteres Ende seiner Bayern-Zeit, ähnlich schmerzhaft wie das seines Bruders im Sommer 2015. Damals spürte Bayern-Legende Bastian, dass er in der zweiten Saison unter Trainer Pep Guardiola nur noch eine Nebenrolle spielen würde – und kam seiner Ausbootung zuvor: Er wechselte zu Manchester United und Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal.

In England wurde Schweinsteiger nie glücklich, seit März 2017 spielt er für Chicago Fire. Von den Bayern bekommt Bastian Schweinsteiger nun zumindest einen angemessenen Abschied in der Arena. Bruder Tobias geht eher leise durch die Hintertür.

Video: Werner Lorant: Neuer sollte nicht Kapitän sein

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. null