MVG fordert "40 Euro sind keine Abschreckung"

 

Selber schuld - Timo Lokoschat, AZ-Lokalvize, über höhere Strafen für Schwarzfahrer

Zuerst ein Geständnis: Ja, ich bin auch schon mal schwarzgefahren! Und wurde erwischt. Peinlich war’s – aber ich habe es sportlich genommen. Ohne Diskussion, ohne Beleidigung, ohne Fluchtversuch. Habe wortlos meinen Personalausweis überreicht und mich meinem Schicksal ergeben. Es ist nun einmal so: Wer schwarzfährt, erschleicht sich eine Beförderungsleistung – und zwar auf Kosten der Allgemeinheit. Das mag Amtsdeutsch klingen, ist aber die Wahrheit.

Würden sich ab heute alle ein Ticket kaufen, könnte die MVG – zumindest theoretisch – auf einen Schlag die Preise senken. Machen würde sie es wohl nicht, schon klar. Trotzdem ist Schwarzfahren asozial. Lächerlich, dass manche es zum legitimen Protest gegen womöglich überhöhte Fahrpreise heroisieren.

Wenn sich Rentner oder sozial Schwache den Fahrpreis nicht leisten können, ist das tatsächlich traurig, aber kein Grund, ohne Ticket einzusteigen. Dieser Logik folgend müsste man auch über „Gratiseinkäufe“ hinwegsehen.

Eine Bitte aber, liebe MVG: Wenn bald 60 und 120 Euro fällig werden – könnte man das Geld nicht vielleicht in die Qualifikation des manchmal etwas schaurig wirkenden Kontrollpersonals investieren? Schließlich sind auch Menschen ohne Ticket Menschen mit Würde.

 

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