Münchner Klassiker Die heißesten Derbys zwischen dem TSV 1860 und Unterhaching

Einer der schönsten Momente dieser Löwen-Saison: Sascha Mölders schießt seine Sechzger im Derby-Hinspiel kurz vor Schluss zum Sieg über Haching. Foto: imago images / MIS

Auf das Derby gegen den FC Bayern II folgt nun für die Löwen gleich das nächste Nachbarschaftsduell gegen Haching. Auch so ein kleiner Klassiker, wie Manni Schwabl und Bernhard Winkler finden.

 

München - Zwei Rivalen. Ein Sieger. Keine Freunde – zumindest für 90 Minuten. Diese Formel lässt Fußballherzen höher schlagen. Nur vier Tage nach dem Lokalderby Rot gegen Blau ist es an der Zeit für den nächsten Vergleich: Blau gegen Rot-Blau.

"Im Derby gibt es nur eins: volle Attacke. Früher war man schon eine Woche vorher elektrisiert, wenn man das Wort Derby nur gehört hat", schwärmt einer im Gespräch mit der AZ, der dazu viele Geschichten erzählen kann: Manni Schwabl. Der einstige Löwen-Kämpfer und jetzige Präsident der Spielvereinigung Unterhaching kommt am Samstag zurück ins altehrwürdige Grünwalder Stadion: Schwabl und Haching kämpfen am 35. Spieltag der Dritten Liga beim TSV 1860 um Punkte und Prestige (14 Uhr/MagentaSport und im AZ-Liveticker).

Schwabl: "Geht darum, wer die Nummer eins ist"

"Am 28. Spieltag wäre es das Duell Zweiter gegen Dritter gewesen. Es wäre wünschenswert, dass es bei beiden noch um etwas gehen würde", weiß Schwabl über die verloren gegangenen Aufstiegshoffnungen beider Münchner Vereine. Und trotz des ausgeträumten Traumes, trotz der Niederungen der Dritten Liga: Tradition verpflichtet. "Die Brisanz auf dem Rasen bleibt, da geht es ums Prestige und darum, wer die Nummer eins ist", sagt Schwabl – bevor er einordnet: "Sagen wir, die Nummer eins in München-Land hinter dem FC Bayern." Ach ja, die Zweitvertretung der Roten, steht dank des 2:1-Triumphes über Sechzig dort, wo die anderen beiden nur zu gerne wären.

Das waren noch Zeiten, als sich 1860 und die Bayern in der Bundesliga gegenüberstanden. "Wir sind oft über die Grenze gegangen", erinnert sich Schwabl an das Hinspiel der Saison 1994/95: "Ich weiß noch, ich bin vom Platz geflogen, als Bernhard Winkler auch schon mit einem Platzverweis in der Kabine saß. Ich geh’ hinein und er fragt: 'Spiel schon aus?’ Sag’ ich zu ihm: 'Nein, nur für uns zwei.’"

Auch Torjäger Winkler, der 1860 zum Durchmarsch geschossen hat, erinnert sich im Gespräch mit der AZ an die Doppel-Rote: "Das war das erste Derby seit 13 Jahren. Hochemotional! Bei mir stand der Schiri damals leider etwas zu nahe." Der ehemalige U21-Trainer der Löwen muss selbst lachen, als er ergänzt: "Bei Manni war es nur ein kleines Foul." In Überzahl kam der FCB letztlich zu einem 3:1. "Und am nächsten Tag gab es Riesen-Ärger von Werner Lorant." Und dennoch, wie Schwabl sagt: "Diese Erinnerungen, positiv wie negativ, die bleiben für immer."

Winkler: Das Derby hat an Reiz verloren

Das "S-Bahn-Derby" gab es ebenfalls auf höchster Ebene: Das Hinspiel 1999/00 ging mit Stürmer Winkler auf dem Rasen an die Löwen (2:1), im Rückspiel trennte man sich 1:1. In der Folgesaison konnten die Vorstädter trotz großer Namen bei 1860 wie Thomas "Icke" Häßler und einem jungen Daniel Bierofka sensationell zwei Derbysiege landen (3:2, 2:0). "In der Ersten Liga hatten diese Duelle auch einen großen Reiz. Das ist mit der jetzigen Zeit leider nicht vergleichbar", sagt Winkler.

Schwabl hat das 2:3 im Hinspiel durch Sascha Mölders’ Geniestreich in der Nachspielzeit dennoch nicht vergessen: "Ich habe unseren Verteidigern schon mal viel Spaß mit dem Mölders gewünscht." Seine Kampfansage: Diesmal wolle Haching "im Grünwalder ein paar tiefe Furchen hinterlassen".

Jetzt drücken Schwabl und Winkler unterschiedlichen Vereinen die Daumen, die insgesamt ausgeglichene Bilanz (je fünf Siege und vier Remis) auf ihre Seite zu ziehen. So gesehen werden sie zu Rivalen – aber nur für anderthalb Stunden bei einem Hauch von Derby-Feeling.

 

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