Münchens schillerndste Behördenchefin Kristina Frank: Das ist die neue Kommunalreferentin

Münchens neue Kommunalreferentin Kristina Frank. Foto: Kristina Frank

Kommunalreferent? Das war bislang kein besonders prominentes Amt. Unter Kristina Frank könnte sich das nun ändern. Viele handeln sie schon als OB-Kandidatin.

München - Kristina Frank führt ein sehr buntes Leben – zumindest ausweislich ihres Facebook-Profils. Da gibt es Bilder vom Planschen in der Isar, vom Fußballschauen in der Allianz Arena, selbstverständlich von der Wiesn. Und seit Kurzem auch vermehrt vom Viktualienmarkt.

Das mit dem Viktualienmarkt ist freilich ihrem neuen Job geschuldet: Die frühere Richterin und CSU-Stadträtin Frank ist seit ein paar Tagen Chefin des Kommunalreferats. Als solche ist sie nicht nur für die städtischen Immobilien zuständig, sondern auch für die Abfallwirtschaft – und eben die Münchner Lebensmittelmärkte.

Videobotschaft für die Mitarbeiter

In ihren ersten Tagen hat Frank die Behörde schon ordentlich umgekrempelt. Zur Begrüßung gab es keine klassische Antrittsmail. Frank hat sich ihren Mitarbeitern per Videobotschaft vorgestellt. Und apropos Video: Das soll bei der internen Kommunikation auch das Mittel der Wahl bleiben. Unter der Rubrik "Frag’ Frank" will die 37-Jährige den Angestellten ein Mal im Monat Rede und Antwort stehen.

Es brauche im Kommunalreferat grundsätzlich eine „neue Art zu denken“, sagt Frank. Alles soll moderner werden, zeitgemäßer. Verstaubte Strukturen sollen verschwinden. In ihrem Büro hat sie deshalb auch die große Pinnwand abhängen lassen. "Total oldschool", findet Frank. Wer brauche im digitalen Zeitalter denn noch eine Pinnwand?

Bei aller Fortschrittlichkeit und dem ganzen Veränderungswillen: Der knatschgrüne Teppich in ihrem Büro, den sie von ihrem Vorgänger Axel Markwardt (SPD) geerbt hat, darf trotzdem bleiben – aus ganz pragmatischen Gründen. Schließlich werden Ende 2019 Teile des Kommunalreferats samt Chefetage in die Denisstraße umziehen. Jetzt noch einen neuen Teppich verlegen? Das lohnt nicht.

Städtische Gebäude für die Allgemeinheit öffnen

Inhaltlich hat Frank ein ambitioniertes Programm aufgelegt. So will sie etwa die städtischen Gebäude verstärkt für die Allgemeinheit öffnen. Die ganzen Dachterrassen und Lobbys – die müssten nach Feierabend ja nicht einfach so brachliegen. Da könnte man zum Beispiel doch auch gut Yoga machen. Und auch die städtischen Parkhäuser: Warum sollte man da nicht ein paar Stellplätze für ein kleines Dachcafé räumen?

Beim Thema Müll hat Frank vor allem ein Ziel: Der Abfall muss weniger werden. Selbst im Bio-Supermarkt: "Man wundert sich, was da alles in Plastik verpackt ist", sagt Frank. Einer ihrer Mitarbeiter klappert deshalb bereits die Supermärkte ab, über dem Arm ein kleines Säckchen aus Jute. Das würde Frank als Obstverpackung gerne salonfähig machen. Dann könnte man sich zumindest die ganzen Plastiktütchen sparen.

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Und der ganze Müll auf der Straße? Den würde Frank gerne von Freizeitsportlern einsammeln lassen. Stichwort: Plogging – joggen und dabei Müll aufglauben. Entsprechende Gespräche mit Sportvereinen seien schon geplant. "Wer joggt, hat sicher auch noch Kraft für ein paar Kniebeugen", scherzt Frank, die selbst eine begeisterte Sportlerin ist.

Frank will ihr Referat bekannter machen

Und noch ein Problem hat Frank ausgemacht: das Kommunalreferat selbst. Die meisten Münchner hätten nämlich gar keine Ahnung, was diese Behörde überhaupt macht. Deshalb soll nun auch ein neuer Name her.

Wer in seinen ersten Tagen so viel Engagement zeigt: Klar, dass so jemandem auch für noch höhere Aufgaben gehandelt wird. Im Rathaus traut man Frank zu, dass sie irgendwann auch Oberbürgermeisterin wird. Da wiegelt Frank momentan aber noch ab. Erst einmal müsse man die Landtagswahl abwarten. Wer weiß schon, wie es der CSU danach geht? Und dann ist da schließlich auch noch Söhnchen Ferdinand (fast 2). Vielleicht soll der kein Einzelkind bleiben. "Das ist alles eine schwierige Abwägung", sagt Frank.

Ihren neuen Mitarbeitern hat Frank gestern übrigens eine Abkühlung spendiert – 300 Steckerleis, bezahlt aus der eigenen Tasche. Arbeiten soll ja auch Spaß machen.

 

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