München Winklhofer ist der nächste Wiesn-Wirt

Toni Winklhofer der neue Wiesnwirt mit seiner Frau Christine. Foto: Hansi Trompka

MÜNCHEN - Toni Winklhofer – das gilt als gesichert – bekommt das 15. Festzelt. Auf dem Gastronomen-Ball sorgt das für Getuschel.

 

Nur eine Semmel und Butter lud Wirt Toni Winklhofer beim Gastronomen-Ball im Bayerischen Hof auf seinen Teller. Wo es doch neben Bison und Austern weitere 44 Spezialitäten vom größten Buffet der Stadt gab. Die karge Kost war ein bisschen Understatement, denn kleine Brötchen backt Winkl-hofer in Zukunft nicht mehr: „Designierter Wiesn-Wirt“ sei er, bestätigte der Chef vom Ratskeller. Allem Anschein nach wird er das 15. Festzelt auf der Wiesn bekommen – das mit 6000 Plätzen auf einer Ebene das größte sein wird.

Gemunkelt wurde schon seit Oktober, dass Winklhofer in den Ehrenzirkel der Wiesnwirte aufgenommen ist. „Der ist mit dem Zelt auf der historischen Wiesn ins Wasser gesprungen und sehr gut geschwommen“, sagte Ehrenstadtrat Hermann Memmel.

Ob Winklhofer auch vom Stadtrat zum Wiesnwirt ernannt wird, wollte Memmel nicht bestätigen. „Der Bewerbungsschluss ist am kommenden Montag“, sagte er. „Allerdings sehe ich auch keinen anderen Überflieger.“ Beworben hatte sich eine Handvoll Gastronome und Karussellbetreiber – doch wohl chancenlos.

Winklhofer galt von Anfang an als erste Wahl. Bei den Gastronomen sorgt dies für Unruhe, weil die Wirteposition für das Zelt des Festrings zwar ausgeschrieben ist, aber faktisch von vornherein vergeben war. Die Stadt hätte den anderen Bewerbern die Hoffnung und Mühe ersparen können, indem sie Klartext geredet hätte, so die Meinung unter vielen der rund 500 geladenen Gäste.

Offiziell unklar, aber ebenso intern entschieden ist auch die Frage, welche Brauerei das neue Zelt beliefern wird. Da – wie bei der Nostalgie-Wiesn – das Bier ausschließlich aus Holzfässern fließen soll, kommen nur Augustiner oder Hofbräu in Frage. „Wir würden gerne“, sagte Hofbräu-Chef Michael Möller. Allerdings könnte die Tendenz in die andere Richtung gehen: OB Christian Ude gilt als Augustiner-Fan.

Augustiner-Chef Werner Mayer jedenfalls tanzte noch zur späten Stunde begeistert zu Lady Gagas „Pokerface“. Erst am Morgen gingen die letzten Gäste heim. Auch Familie Winklhofer, die ja Grund zum Feiern hätte, blieb lange an der Bar. „Mein Vater hat schon von einem Wiesnzelt geträumt und für uns ist das die Krönung der Karriere“, sagte Christine Winklhofer. Der Tanzboden werde erhalten bleiben, und einiges könnte 2011 in dem Zelt des Festrings München noch provisorisch sein. So auch der Bierausschank. „Heuer wird es leider kein Märzen geben“, sagt Toni Winklhofer. „Noch nicht.“ Anne Kathrin Koophamel

 

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