Mobilität der Zukunft Verkehrslabor München - Idee einer Internationalen Bauausstellung

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Seilbahnen sind nicht nur in den Bergen eine Option. Sondern auch in Großstädten, wie hier über den Rhein am Kölner Dom. Foto: Federico Gambarini/dpa

Eine Internationale Bauausstellung als zehnjähriges Projekt soll Lösungen für die Verkehrsprobleme bringen – und das Münchner Umland stärker mit der Stadt vernetzen.

 

München - Eine Seilbahn, die kurz hinter der Allianz Arena in die Höhe steigt und den Fahrgästen auf dem Weg zum Münchner Flughafen den Blick auf die Isarauen freigibt. Eine Flaniermeile vom Hauptbahnhof zum Ostbahnhof. Schnellbuslinien, für die eine Fahrspur der A 99 freigegeben wird. Eine Radschnellstrecke vom Zentrum Münchens in die suburbanen Gebiete. An Ideen für eine Internationale Bauausstellung (IBA) in München, die gerade im Rathaus diskutiert wird, mangelt es schonmal nicht.

Internationale Bauausstellung: Projekte zur Mobilität der Zukunft

Bei der IBA handelt es sich (anders als der Name verspricht) nicht um eine Ausstellung als solche. Es geht vielmehr um ein zehnjähriges Projekt, bei dem an verschiedensten Orten in der Stadt und im Münchner Umland Ideen zum Thema Mobilität der Zukunft umgesetzt werden sollen.

Dabei soll es nicht etwa um den Ausbau von S- und U-Bahnnetz gehen, sondern um experimentellere Projekte, die eine neue Herangehensweise erfordern, steht in einer Pressemitteilung der Stadt zu dem Thema.

Experimenteller und unbürokratischer: Verkehrsprojekte zur IBA

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) unterstreicht: "Mit dem Projekt könnten wir Verkehrsthemen experimenteller und unbürokratischer auf den Weg bringen." Die Stadt und das Umland würden dabei zu einer Art "Experimentier-Labor" werden.

Ein Vorteil: Für Projekte wie eine Seilbahn bräuchte es bei einer IBA keine aufwendigen Planungsverfahren, sondern es würden Ausnahmegenehmigungen gelten.

Das Prinzip: Über zehn Jahre sollen an verschiedenen Orten der Stadt Verkehrsprojekte ausprobiert werden. Alles, was im Rahmen des Projektes gebaut wird, soll auch nach Ablauf der zehn Jahre bestehenbleiben.

Die erste Hürde war eine Machbarkeitsstudie darüber, wie eine IBA in München aussehen könnte. Die Studie wurde in einem zwölfmonatigen Prozess gemeinsam mit benachbarten Kommunen und Landkreisen erarbeitet. Als nächster Schritt sollen noch der Freistaat Bayern und weitere Akteure zum Mitmachen gewonnen werden.

Internationale Bauausstellung in München? Der Stadtrat stimmt ab

Die Idee einer IBA ist nicht neu. Seit 100 Jahren gilt sie als etabliertes Instrument. Und zwar immer, wenn es darum geht, innovative Lösungen für eine Region zu finden. Aktuell laufen fünf IBAs: in Basel, Thüringen, Heidelberg, Limburg (Niederlande) und Wien. Ein Auswahlverfahren gibt es nicht, rein theoretisch könnte jede Region oder Kommune eine IBA planen. Doch für eine IBA gibt es keine expliziten finanziellen Mittel, die zur Verfügung gestellt werden. Dafür müssen die Initiatoren selbst sorgen.

Wie geht es jetzt in München weiter? Zunächst muss der Stadtrat am Mittwoch und in der Vollversammlung am 26. Juni zustimmen. Danach sollen Fragen zu Finanzierung, Organisation und Trägerschaft geklärt werden. 2020 könnte schon ein konkreteres Konzept vorliegen.

Lesen Sie hier: Wie Münchner Unternehmer die Verkehrswelt revolutionieren wollen

Lesen Sie hier: E-Tretroller kommen - Neue Mobilität oder Sicherheitsrisiko?

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading