Michaela May, Friedrich Ani & Co. Poetentaler verliehen: Tanzende Promis und ein Liebes-Comeback

Bob Ross und Michaela May werfen die Beine zu den Klängen der "Großstadt Boazn". Und Friedrich Ani ist wieder mit Ina Jung vereint. Foto: Renate Langwieder/il

Die Turmschreiber verleihen im Schlachthof ihre Poetentaler. Michaela May und Andreas Giebel sprechen übers Bayersein – und Friedrich Ani über die Frau an seiner Seite.

Was macht einer, der 16 Tage lang täglich von 9 bis 23 Uhr auf der Wiesn war, am Tag danach? Genau: Er geht feiern! Diesmal im Wirtshaus am Schlachthof.

Dort hat Jürgen Kirner, der als Musiker und Conférencier täglich in der "Schönheitskönigin" auf der Oidn Wiesn aufgetreten ist, mit Turmschreiber-Kollegin Melanie Arzenheimer und -Kollege Wolfgang Oppler den Poetentaler verliehen.

Poetentaler: Auszeichnung für Verdienste in Kunst und Kultur

Die Turmschreiber, das ist ein Münchner Literatenverein, der im nächsten Jahr 60 wird. Und der Poetentaler ist seine Auszeichnung für Menschen, die sich um Kunst und Kultur verdient gemacht haben. Also steht Turmschreiber-Chef Kirner, den BR-Zuschauer von seinen "Brettl-Spitzen" kennen, auch am 17. Tag in Serie auf der Bühne. "Ich bin ja kein Masochist", sagt er, "aber terminlich ging’s ned anders." Weil es ja gilt, vier Preisträger unter einen Hut zu bringen.

Etwa Schauspielerin Michaela May, die in dieser Woche zum Drehen nach Mallorca entschwindet – und sich so über den Taler freut, dass sie zur Musik der "Großstadt Boazn" ein Tänzchen hinlegt. Am Anfang ihrer Karriere, erzählt May, habe man ihr das Bairische ja noch aberziehen wollen (und aus ihrem Nachnamen Mittermayr wurde May – schon allein, um nicht für eine Skifahrerin gehalten zu werden). May: "Erst Helmut Dietl war dann der Retter meines Bairisch" – in Serien wie den "Münchner Geschichten": "Bei Helmut durfte ich immer bayerisch sein."

Was einen Bayern ausmacht? Seine Beherrschtheit, glaubt Kabarettist Andreas Giebel: "Der Bayer hebt sich seine Überschwänglichkeit für den einen besonderen Moment auf – auf die Gefahr hin, dass der nie stattfindet."

Giebel unterbricht für die Ehrung seine Bühnenabstinenz, die er sich wegen Fußproblemen verordnet hat: "Ich bin so anlassfeindlich worn", sagt er. Er müsse nimmer überall hin – "aber heit gfrei i mi". Das hat er mit Preisträger Bob Ross gemein, der als Entertainer und Dirigent (1984 hat er das Ensemble Blechschaden gegründet) ausgezeichnet wird. Seine Schottenwitze, erzählt der fidele Mann aus Kirkcaldy in seiner launigen Dankesrede, habe er alle erst in Deutschland gelernt. Und was ihn das Leben gelehrt hat? "Amateure haben die Arche Noah gebaut, Profis haben die Titanic gebaut." Auch Preisträger Friedrich Ani, als Krimi-Autor beruflich oft eher düster unterwegs, zeigt, dass er die Menschen zum Lachen bringen kann: Er liest ein paar "Obergiesinger Geschichten aus meiner Obergiesinger Heimat", die selbstverständlich im Stüberl spielen. "Vor dem Betrinken kommt das Trinken", hat Ani dort beobachtet und schmiedet wundervolle Sätze wie diesen: "Die Zukunft war – eine Schnitzelsemmel!"

Friedrich Ani und Ina Jung: Liebes-Comeback

Ani selbst hat ein bisserl die Vergangenheit eingeholt. Er hat seine Autorenkollegin Ina Jung wieder an seiner Seite. Sie war schon mal seine Partnerin, ehe Ani vor gut drei Jahren mit Kabarettistin Luise Kinseher anbandelte. Nun das Liebes-Comeback von Ina & Ani? "Ja, wir sind wieder zusammen", sagt er fröhlich.

Außerdem dabei: die Autorin Margit Auer, Kabarettist Holger Paetz und der Poetry-Slammer und Rapper Bumillo alias Christian Bumeder, die zu neuen Turmschreibern ernannt worden sind. Und der Isarrider-Liedermacher Roland Hefter, der mit Michaela May und vielen anderen Künstlern zuletzt einen Anti-AfD-Song eingespielt hat, der zum Internet-Hit geworden ist. May gehört dann auch das Schlusswort: "Wir müssen Haltung zeigen!"

Die Bilder des Abends finden Sie in unserer Fotostrecke.

 

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