Meinung Wir sind der Sponsor

Geld für Gespäche: Jürgen Rüttgers Foto: dpa

Es ist ganzeinfach: FürGesprächeverlangt mankein Geld - Frank Müller, AZ-Aktuell-Chef, über Rüttgers,Tillich und Gespräche gegen Geld

 

Die Grenzen zwischen Regierungs- und Parteiarbeitsind fließend, und das müssen sie auch sein. Es wäreschlicht lächerlich, einem Ministerpräsidenten denStrick daraus zu drehen, dass er sich zum Parteiterminmit dem Regierungswagen fahren lässt. Oderdass sein Staatskanzlei-Mitarbeiter in der Parteizentraleanruft. Für den gemeinen Wähler ist es in seinerBeurteilung von Politik schlicht gleich, ob er esmit dem nordrhein-westfälischen MinisterpräsidentenJürgen Rüttgers zu tun hat. Oder mit dem NRW CDU-Chef Jürgen Rüttgers.

Eben weil dies so ist, ist esletztlich auch egal, ob die CDUin NRW zahlungskräftigen Sponsorennun den Ministerpräsidentenzum Gespräch gegen Geldanbot. Oder „nur“ den zufälliggleichnamigen Landesparteichef.

Es ist nämlich so: Wirwollen überhaupt nicht, dassunsere Spitzenpolitiker sich für Treffen bezahlenlassen. Für Gesprächstermine nicht, und für alles,was dabei an Gefälligkeiten herauskommen könnte,schon zweimal nicht.

Genau dafür bezahlen wir nämlich schon und dasnicht zu knapp. Von uns kommt nicht nur das Geldfür Ministerpräsidentengehälter. Aus Steuergeldernfließt auch die Parteienfinanzierung. Wenn die ausirgendeinem Grund nicht genügt, um noch den hundertsten„Zukunftskongress“ und die tausendste„Denkfabrik“ zu bezahlen, dann gibt es eine ganzeinfache Lösung: Die Politiker müssen ihre Parteiausgabenihren Etats anpassen. Das wird uns Wählern jabei unseren eigenen – natürlich unbezahlbaren –Wünschen auch immer gepredigt. Von der Politik.

 

0 Kommentare