Wir sind der Sponsor

Es ist ganz einfach: Für Gespräche verlangt man kein Geld - Frank Müller, AZ-Aktuell-Chef, über Rüttgers, Tillich und Gespräche gegen Geld
von  Abendzeitung
Frank Müller, Ressortleiter AZ-Aktuell
Frank Müller, Ressortleiter AZ-Aktuell © Martha Schlüter

Es ist ganz einfach: Für Gespräche verlangt man kein Geld - Frank Müller, AZ-Aktuell-Chef, über Rüttgers, Tillich und Gespräche gegen Geld

Die Grenzen zwischen Regierungs- und Parteiarbeit sind fließend, und das müssen sie auch sein. Es wäre schlicht lächerlich, einem Ministerpräsidenten den Strick daraus zu drehen, dass er sich zum Parteitermin mit dem Regierungswagen fahren lässt. Oder dass sein Staatskanzlei-Mitarbeiter in der Parteizentrale anruft. Für den gemeinen Wähler ist es in seiner Beurteilung von Politik schlicht gleich, ob er es mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers zu tun hat. Oder mit dem NRW CDU- Chef Jürgen Rüttgers.

Eben weil dies so ist, ist es letztlich auch egal, ob die CDU in NRW zahlungskräftigen Sponsoren nun den Ministerpräsidenten zum Gespräch gegen Geld anbot. Oder „nur“ den zufällig gleichnamigen Landesparteichef.

Es ist nämlich so: Wir wollen überhaupt nicht, dass unsere Spitzenpolitiker sich für Treffen bezahlen lassen. Für Gesprächstermine nicht, und für alles, was dabei an Gefälligkeiten herauskommen könnte, schon zweimal nicht.

Genau dafür bezahlen wir nämlich schon und das nicht zu knapp. Von uns kommt nicht nur das Geld für Ministerpräsidentengehälter. Aus Steuergeldern fließt auch die Parteienfinanzierung. Wenn die aus irgendeinem Grund nicht genügt, um noch den hundertsten „Zukunftskongress“ und die tausendste „Denkfabrik“ zu bezahlen, dann gibt es eine ganz einfache Lösung: Die Politiker müssen ihre Parteiausgaben ihren Etats anpassen. Das wird uns Wählern ja bei unseren eigenen – natürlich unbezahlbaren – Wünschen auch immer gepredigt. Von der Politik.