Mario Mandzukic Mandzukic und der Super-super-Frust

Schimpfte Mandzukic Richtung Trainerbank? Also zu Pep Guardiola? Foto: sampics / AZ

Nach seinem Tor im Audi-Cup schimpft der Bayern-Stürmer in Richtung Trainerbank - und schon gibt es Wechselgerüchte.

 

Münechen – Im Trentino war noch alles gut. Unter den spektakulären Kletterfelsen von Arco zeigte Mario Mandzukic im Trainingslager als Kurzzeit-Torwart ein paar ebenso spektakuläre Paraden und juxte fröhlich mit den Kollegen rum. Das war Ende Juni. Die halbe Ewigkeit eines Monats später ist die gute Laune verflogen.

Nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Sao Paulo jubelte der Kroate nicht überschwänglich, sondern eher säuerlich. Es sah jedenfalls so aus, als würde er ein paar derbe Worte Richtung Trainerbank schicken. Kollege Franck Ribéry musste den 27-Jährigen einfangen und ein bisschen beruhigen.

Es gibt Fußballligen in Europa, in denen Lippenleser ganz ordentlich an extemporierenden Kickern verdienen. In deutschen Landen ist diese Praxis nicht verbreitet, was auch gut so ist. Was genau der Mittelstürmer des Triple-Siegers da verbal in die Welt setzte, ist sekundär. Offensichtlich ist: Es gefällt ihm gerade nicht besonders gut an seinem Arbeitsplatz – und das könnte mit dem neuen Chef zu tun haben.

Guardiola, der seine Spieler am liebsten mit „super-super-Spieler“ vorstellte, sagte nach dem Sieg über Sao Paulo: „Mandzukic hat einen sehr starken Kopfball. Er ist ein super-Kopfballspieler.“ Was aber noch lange nicht heißt, dass der Stürmer Nummer 1 der vergangenen Saison auch heuer konstant auf Torejagd gehen darf.

Schließlich hat Pep Guardiola jede Menge Super-super-super-Spieler im Kader, auch in der vordersten Reihe. Und wenn am Freitag wieder Mario Götze, Inbegriff des von Guardiola so geschätzten „falschen Neuners“, ins Mannschaftstraining einsteigt, hat Mandzukic neben Claudio Pizarro und Thomas Müller noch einen Konkurrenten mehr.

Schon das Transfer-Hin-und-Her um den Dortmunder Robert Lewandowski dürfte an der Seele des schweigsamen Kroaten genagt haben. Dass Lewandowski irgendwann doch zu Bayern kommt, ist möglich. Und was wird aus Mandzukic? Sein Vertrag bei Bayern läuft bis 2016. Ob und wie lange er diesen Vertrag erfüllt, hängt von dem Verhältnis ab, das er mit dem neuen Trainer aufbauen kann.

In dieser Hinsicht scheint bislang noch nicht viel passiert zu sein, im Gegenteil: Laut „Sport Bild“ soll sich der Kroate bereits intern beklagt haben, dass der Coach ihm zu wenig Anerkennung entgegenbringt. Zu besichtigen war Mandzukics Missmut zuletzt schon beim Super-Cup gegen Borussia Dortmund. Guardiola hatte den Mittelstürmer auf den linken Flügel beordert, wo er sich in etwa so zuhause fühlt wie Oliver Kahn im zentralen Mittelfeld.

Bei seiner Auswechslung in Minute 75 verzichtete er auf den obligaten Handschlag mit dem Trainer. Und nun auch noch dieser Anti-Jubel beim Audi-Cup. Droht in der Mörderhitze etwa eine Eiszeit? Die ersten Wechselgerüchte sind schon in der Welt: Chelsea und Real Madrid sollen Interesse haben. Wobei: Einen arbeitsplatzerhaltenden Satz hat Guardiola vor Wochen über Mandzukic gesagt: „Vielleicht kann er Verteidiger spielen.“


 

 

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