Löwen-Präsident wirft hin Peter Cassalette: Der Abgang des Ismaik-Flüsterers

Tritt zurück: Peter Cassalette Foto: Rauchensteiner Augenklick

Neben Geschäftsführer Ian Ayre gibt auch Präsident Peter Cassalette bei 1860 München auf und tritt unmittelbar nach dem Abstieg aus der 2. Liga zurück. Dabei galt er lange als Vertrauter von Geldgeber Hasan Ismaik.

München - Monatelang hat sich Peter Cassalette für die Löwen aufgerieben, wenig Lob, aber viel Kritik dafür erhalten. Kritik vor allem, weil dem mittlerweile zurückgetretenen Ex-Sechzig-Präsidenten eine zu große Nähe zu Investor Hasan Ismaik nachgesagt wurde. Und das taugt beim TSV 1860 bekanntlich nicht jedem.

Cassalette, Ayre, Pereira - alle weg!

Nach dem 0:2 gegen Jahn Regensburg im Rückspiel der Relegation ist der Abstieg der Löwen besiegelt, und auch das Aus von Cassalette, das Aus von (jetzt) Ex-Coach Vitor Pereira und das Aus von (mittlerweile) Ex-Geschäftsführer Ian Ayre. Die Sechzger versinken unmittelbar nach dem Absturz in die Drittklassigkeit in einem Chaos, das selbst für Löwen-Verhältnisse erschreckend drastisch ist.

"Löwen-Präsident Peter Cassalette will einem Neuanfang nicht im Wege stehen. Daher hat er nach dem heutigen Relegationsspiel seinen Rücktritt erklärt", hieß es in einer knappen Mitteilung des Vereins. In diesem ist mit der tapferen Pressesprecherin Lil Zercher aktuell nur noch eine Führungskraft als Ansprechperson übrig. Der "Ober-Gau", wie es Cassalette vor der Relegation beschrieben hatte, greift rasch um sich.

Cassalette Schlichter zwischen Ismaik und Kritikern

So wird sein Büro in der Grünwalder Straße an diesem Mittwoch leerbleiben. Lange hatte sich Cassalette als Schlichter zwischen dem launischen Geldgeber Ismaik und dessen (zahlreichen) Kritikern versucht. Mal bat er um Geduld, mal um Nachsicht mit dem jordanischen Geschäftsmann. "Er sagt es auf seine spezielle Art, wie er es eben so sagt", lautete eine seiner stoischen Erklärungen zu Ismaik.

Keiner der Präsidenten hatte seit dem Investment Ismaiks seit 2011 eine solche Nähe zum Jordanier aufgebaut. Es machte Cassalette bei jenen angreifbar, die gegen das Investorenmodell bei Sechzig sind. Ihre Zahl ist groß. Bitter: Mit Cassalette geht der Nächste aus dem eigenen Lager, abgekämpft, aufgerieben und gezeichnet. Schon als kleiner Bub jubelte er den Löwen im Grünwalder zu. Jetzt hat der Verein für einen persönlichen Tiefschlag bei ihm gesorgt.

Musste der 1860-Präsident gehen?

Inwieweit Cassalette freiwillig ging oder auf Geheiß des Investors gehen musste, ist aktuell noch unklar. Telefonisch war er nach Spielschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Fakt ist: Eine Viertelstunde vor Spielbeginn - und damit noch vor den tumultartigen Szenen in der Nordkurve - hatte er die Arena mit Ismaik-Bruder Yahya verlassen, der als eine Art Statthalter im Aufsichtsrat der Sechzger sitzt. Sicher ist: In Giesing wird es den nächsten Neuanfang geben - ohne Cassalette.

 

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