Letzter Auftritt als Präsident Servus, Uli! Bayern-Stars verabschieden sich in der AZ

Ab Mittwoch bereitet er sich auf seine letzte große Rede als Bayern-Präsident vor: Uli Hoeneß, der nach 40 Jahren in vorderster Reihe künftig nur noch Mitglied des Aufsichtsrats ist. Foto: Matthias Balk/dpa

Am kommenden Freitag tritt Hoeneß tatsächlich ab – die Jahreshauptversammlung des FC Bayern wird sein letzter großer Auftritt als Präsident. In der AZ sagen Weggefährten, was sie vermissen werden.

 

München - Eine halbwegs entspannte Nacht hat Uli Hoeneß (67) noch vor sich – dann wird die Anspannung beim großen Bayern-Macher der vergangenen Jahrzehnte keinen Tiefschlaf mehr zulassen.

Die Planung für seinen emotionalen Abschied auf der Jahreshauptversammlung am Freitag in der Olympiahalle beginnt. "Ab Mittwoch bereite ich mich vor", erklärte der scheidende Präsident: "Ich werde Donnerstag und Freitag unruhige Nächte haben, am Freitagmorgen weiß ich, was ich sage."

Hoeneß: Ein Rückzug, der die Massen bewegt

Und die Bayern-Fans wissen dann: Es geht tatsächlich zu Ende. 1979 hatte Hoeneß die Manager-Position bei den Münchnern übernommen, im November 2019 hört er nun als Kluboberhaupt und Aufsichtsratsvorsitzender auf. Ein Rückzug, der die Massen bewegt – auch außerhalb der Fußballszene.

"Uli Hoeneß hat den FC Bayern geprägt wie kaum ein anderer, als aktiver Fußballspieler wie auch als Manager – beides überaus erfolgreich. Ich bin aber sicher, dass Uli Hoeneß den FC Bayern auch weiterhin mit Rat und Tat unterstützen wird", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter der Abendzeitung.

Für den ersten Teil der Hoeneß-Serie hat die AZ Stimmen zum Abschied des Patrons vom Tegernsee gesammelt. Bis zum Freitag wird Hoeneß' Wirken in weiteren Geschichten und Interviews thematisiert. Servus, Uli!

Marko Pesic: "Ewige Dankbarkeit"

"Es war eine grandiose Zeit mit ihm, neun Jahre. Ich habe sehr viel von ihm gelernt. Nicht unbedingt für den Job, sondern viel fürs Leben. Ich habe auch viele schwierige Situationen gemeinsam mit ihm gemeistert. Er hat mir zusammen mit Herrn Rauch die Chance gegeben – für so einen Job als damals 34-Jährigem. Von daher ist von meiner Seite ewige Dankbarkeit da. Aber er ist ja noch da. Das ist der große Unterschied zu seinem letzten Abschied, als er ins Gefängnis gegangen ist. Da war er weg. Jetzt ist er nur nicht mehr in einer offiziellen Funktion. Ich wünsche ihm, dass er jetzt das machen kann, was er möchte."

Luca Toni: "Hoeneß war wie ein Papa für mich"

"Hoeneß war wie ein Papa für mich, auch Rummenigge. Sie waren für mich da, wenn ich sie gebraucht habe. Und das wird immer so sein, das weiß ich. Es ist schade, dass Uli aufhört. Aber natürlich ist es seine Entscheidung, die es zu respektieren gilt. Er hat eine große Geschichte mit diesem Verein geschrieben."

Manuel Neuer: "Habe alle Facetten kennenlernen dürfen"

"Er war auch daran beteiligt, mich damals zu verpflichten. Ich bin seit 2011 hier, habe viele Jahre mit ihm erlebt und alle Facetten kennenlernen dürfen. Deshalb ist es so, dass ich ihn sehr gut kenne und dankbar bin für die Arbeit, die er für den FC Bayern geleistet hat. Es ist ein schönes Geschenk, was wir ihm mit dem Sieg gegen Dortmund gemacht haben. Uli Hoeneß wird dem FC Bayern immer verbunden bleiben – das wissen wir."

Bixente Lizarazu: "Bayern ist in seinem Blut"

"Er war immer eine der wichtigsten Personen im Klub. Zu meiner Zeit war er Manager. Er hatte die beste Beziehung zum Team. Er hat sich einfach um alle Probleme rund ums Team gekümmert, hat immer mit uns gesprochen, hat immer Lösungen gehabt. Er ist einfach sehr menschlich, sehr positiv. Bayern ist in seinem Blut. Für mich war er wirklich sehr wichtig, man kann mit ihm wirklich über alles reden. Und so war er zu jedem Spieler. Genauso Franz Beckenbauer, er war es damals, der gesagt hat: Ihr müsst Liza holen! Wir haben mit Bordeaux gegen Bayern im Uefa-Cup gespielt, er war ja damals Trainer. Und er hat gesagt: Diesen Typen müsst ihr zu Bayern holen. Deshalb muss ich auch sagen: Danke, Franz!"

Giovane Elber: "Hoffe, dass er es sich noch anders überlegt"

"Er wird wirklich nicht mehr kandidieren, er hat es tatsächlich gesagt. Aber ehrlich gesagt, hoffe ich bis zur letzten Sekunde, dass er es sich noch anders überlegt. Ich kann mir den FC Bayern echt nicht ohne Uli Hoeneß vorstellen. Er wird immer wieder hier sein. Ich verstehe aber auch, dass er jetzt mehr Zeit für seine Familie haben will. Was Uli für den FC Bayern geleistet hat, ist unglaublich. Wie viele Mitarbeiter mittlerweile hier sind. Das ist das Werk von Uli und Karl-Heinz Rummenigge. Es kommen jetzt neue Leute – viel Glück! Einfach wird das nicht sein. Aber das sind gute Leute, ich bin optimistisch."

Raimond Aumann: "Uli wird seinen neuen Weg finden"

"Uli Hoeneß wird immer präsent sein, immer da sein. Vielleicht wird er sich etwas ruhiger verhalten und nicht mehr an erster Front stehen. Aber ich bin sehr froh, dass es Uli Hoeneß gibt und wünsche mir, dass er uns noch recht lange erhalten bleibt. Er wird sich jetzt neu erfinden, und ich bin selbst gespannt, wie er das macht. Ich wünsche ihm ein ganz langes Leben, der Klub braucht so einen Mann mit dieser Expertise und einen Mann, der den Verein aufgebaut hat. Ich bin mir ganz sicher, dass Uli seinen neuen Weg finden wird."

Ivica Olic: "Uli ist eine Legende"

Ivica Olic: "Natürlich wird man ihn vermissen. Uli ist eine Legende. Was er alles für die Fans getan hat. Es ist schade. Egal, wo ich gewesen bin: Wenn man über den FC Bayern gesprochen hat, hat man über Uli gesprochen. Er war die Nummer eins, wirklich alles für den Klub. Jetzt hat er sich entschieden, ein bisschen zur Seite zu gehen. Aber ich glaube, dass er immer da sein wird, um Bayern zu helfen. So einem Mann kann man nur alles Gute wünschen."

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