Leihlöwe überzeugt bei 1860-Debüt Glücksgriff Rieder: Warum der Neuzugang für Sechzig so wichtig ist

Antreiber beim 3:1 gegen Jena: Leih-Löwe Tim Rieder. Foto: sampics/Augenklick

Der Leihlöwe überzeugt bei seinem Debüt gegen Jena und könnte zur echten Verstärkung für den TSV 1860 werden. "Er hat gezeigt, was er kann: seine Ruhe, seine Klarheit am Ball", lobt ihn Trainer Bierofka.

 

München - Vier Minuten dauerte es bis zum ersten Tim-Rieder-Moment. Der Neuzugang des TSV 1860 schnappte sich die Kugel und zog an seinem Gegenspieler vorbei. Mal in Fahrt, machte der Ex-Augsburger nicht etwa kehrt. Er marschierte weiter bis an den Strafraum, wo er Sascha Mölders bediente – der die Löwen um ein Haar in Führung geschossen hätte.

Bierofka: "Mit Tim haben wir einen Glücksgriff gemacht"

Rieder, Last-Minute-Leihlöwe und Bundesliga erfahrener Innenverteidiger, feierte im Heimspiel am Samstag gegen Carl Zeiss Jena sein Debüt im Trikot der Weiß-Blauen. "Mit Tim haben wir einen Glücksgriff gemacht, dass wir einen solchen Spieler ohne großen finanziellen Aufwand holen konnten. Er hat gezeigt, was er kann: seine Ruhe, seine Klarheit am Ball", erklärte Trainer Daniel Bierofka und hatte für Auftritt Nummer eins des Neulöwen zwei Worte parat: "sehr gut."

Beim 3:1-Erfolg der Sechzger steuerte Rieder durch eine kampfstarke Abwehrleistung inklusive einiger blitzgescheiter Offensivaktionen seinen Teil zum letztlich völlig verdienten Dreier bei. Auch die Fans ließen durch mehrfachen warmen Beifall für Rieders Aktionen keinen Zweifel aufkommen: Der gebürtige Dachauer könnte die Top-Verstärkung werden, die sich 1860 versprochen hat.

Tim Rieder: Ganz knapp am Traum-Einstand vorbei

Um ein Haar wäre sein Auftakt auf Giesings Höhen ein Traum-Einstand geworden. In der 28. Minute traf der erneut aufgerückte Abwehrspieler nach einer Ecke per Abstauber ans Aluminium.

"Schade, dass der Ball nur an den Pfosten ging. Das Tor mit links wäre noch das I-Tüpfelchen gewesen. So war ich auch ganz zufrieden mit meiner Leistung", sagte Rieder selbst nach seiner Premiere an der Grünwalder Straße. Von ungefähr kam der starke Start des 26-Jährigen nicht, wie er selbst erklärte: "Ich habe mich vom ersten Tag an hier wohlgefühlt. Ich kenne die halbe Mannschaft, das Trainerteam, die Stadt und ich bin hier aufgewachsen. Das war natürlich alles ein Grund, hierher zu wechseln, hier brauche ich keine Eingewöhnungszeit und kann Vollgas geben."

Tim Rieder kommt bei Löwen-Mitspielern gut an

Rieders Nebenmann Felix Weber war es, der dem Spiel seinen Stempel durch seinen Doppelpack aufdrückte, Efkan Bekiroglu jener Löwe, der den Endstand besorgte. Doch Rieder schaffte es ebenfalls, wenngleich ein Quäntchen unscheinbarer, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Der beste Löwe Weber schob jedenfalls alle Lobeshymnen von sich, stattdessen pries der Kapitän seinen neuen Kollegen an: "Tim und ich verstehen uns auch neben dem Platz gut. So kann es weitergehen."

Fortsetzen darf sich auch, was Rieder schon kurz nach Anpiff demonstrierte: "Wir hatten schon die Idee, vorne mit den Stürmern den Gegner anzulaufen und dass Felix und ich von hinten in die Räume starten können", erklärte er Sechzigs Spieleröffnung, die durch ihn an Qualität gewinnt, und verwies auf den jüngsten 5:1-Testspielsieg. Was laut Rieder "auch gegen Innsbruck schon gut geklappt", habe, kann sich nun in den kommenden Liga-Spielen fortsetzen.

"Bei mir hat keiner eine Stammplatzgarantie", sagte Bierofka zwar bereits vor dem Spiel auf Nachfrage der AZ, ob Rieder beim TSV nun gesetzt sei. Dennoch scheint klar: Sechzigs billiger Glücksgriff hat – auch ohne krönenden Treffer – schon jetzt einen Stein im Brett.

 

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