Landshuter Starkbierfest Django Asül schenkt ein: "Brunztourismus für Landshut!"

Django Asül teilt beim Landshuter Starkbierfest aus: Etwa 2.000 Besucher im ausverkauften Festzelt amüsieren sich prächtig. Foto: Christine Vinçon

Django Asül (46) hält zum zweiten Mal beim Landshuter Starkbierfest die Fastenpredigt. Er teilt munter aus, bleibt manchmal aber fast zu zahm. Dafür bekommt er von den Landshutern viel Applaus.

 

Landshut - Django Asül ist ein echter Niederbayer. Sein Dialekt: unverkennbar. Der Hengersberger hat also beste Voraussetzungen, die Bezirkshauptstadt Niederbayerns und seine Bewohner verbal so richtig schön übers Knie zu legen. Etwa 2.000 Besucher im ausverkauften Festzelt amüsierten sich prächtig.

Die AZ dokumentiert Auszüge aus der Fastenpredigt.

Django Asül über...

...Hubert Aiwanger

Der Landkreis Landshut hat einen neuen Superstar hervorgebracht. Den stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger. Da hatten viele Menschen im Landkreis Tränen der Freude in den Augen. Und die, die den Hubert gut kennen, hatten auch Tränen in den Augen. Vor Lachen.

Eigentlich müssten wir jetzt eine Minute der Andacht für den Hubert einlegen. Ist nämlich ein historischer Moment: Erstmals in der Geschichte Altbayerns ist ein Niederbayer die Nummer eins. Der Söder zählt ja nicht. Der ist Franke. Sein Amt hat sich der Hubert redlich verdient. Direkt nach der Wahl hat der Hubert gleich gesagt: Der Söder braucht ja nicht glauben, dass wir dagegen reden!

Der Hubert hat seinerzeit ein Stipendium von der Hanns-Seidel-Stiftung bekommen. Hanns-Seidel-Stiftung: Das ist für die CSU das, was der Vatikan für die Katholiken ist. Für den Söder ist der Aiwanger quasi von der CSU getauft.

...Peter Dreier

Es gibt also gute Konkurrenz für den Alexander Putz. Da hat es der Peter Dreier leichter. Wer gegen den antritt, ist selber schuld. Wo andere Wahlkampf machen müssen, hat sich der Peter dann lieber um die Viecher gekümmert.

Eine trächtige Kuh sollte nach Usbekistan exportiert werden. Hat Dreier verhindert. Außerdem dem Transport von 20 Kühen in die Türkei nicht zugestimmt. Drum hat sich dann Büxi auch nicht nach 118 Tagen fangen lassen. Die hatte Angst, dass sie auch nach Usbekistan muss. Büxi kam ins Gut Aiderbichl.

...Stadt Landshut

Landshut will Weltstadt werden, also dahin kommen, wo Rottenburg schon ist. Was zeichnet eine echte Metropole aus? Richtig: Öffentliche Toiletten, die rund um die Uhr offen sind. Und das gönnt sich jetzt auch Landshut. Der Tourismusverband hatte schon letztes Jahr bekanntgegeben: Der nächste Urlaubstrend ist der sogenannte Brunztourismus.

...Kopfsteinpflaster in der Altstadt

Gut wäre halt barrierefrei. Wer sich schwer tut mit dem Gehen oder im Rollstuhl unterwegs ist, tut sich da schon schwer. Der Deimer Dick und der Löw Willi von der Lebenshilfe haben jetzt mal vorgeschlagen: Machma Laminat. Der ist eben und pflegeleicht.

...Alexander Putz

Ich habe den Alexander Putz mal gefragt, was er am meisten schätzt an Landshut. Da hat er so richtig ein Leuchten in den Augen gehabt und gesagt: dieses mediterrane Flair. Er fühlt sich immer bissl wie in Griechenland. Denn die hätten ja was gemeinsam – nämlich die Schulden.

Ich wusste zum Beispiel, dass Landshut hoch verschuldet ist. Woanders werden einfach neue Schulden gemacht. Landshut ist da kreativer! Wenn Landshut auf die Schnelle Geld braucht, macht man eine Versteigerung von Romy Schneider-Devotionalien. Hat prima funktioniert.

Und jetzt hat der Putz Blut geleckt. Der Alexander sagt: Wenn wir wieder Geld brauchen, verkaufen wir paar Sachen vom Fritz Koenig. Da war auch die Opposition begeistert von dieser Idee.

...Hans Rampf

Ich möchte für Alexander Putz eine Lanze brechen. Immer wieder heißt es über den Alexander: Mei, der ist ja dauernd im Urlaub und postet dann auch noch jeden Tag 100 Urlaubsfotos auf Facebook. Dazu nur eins: Es stimmt, der Alexander ist oft weg. Aber das ist rechtlich alles sauber. Weil das ist alles noch der alte Resturlaub vom Rampf Hans.

...Jutta Widmann

Die Grünen wollen ja Grundstücke der Stadt nur noch auf Erbpacht rausgeben. Oder eben Konzeptvergabe. Der Antrag fiel krachend durch. Die Jutta Widmann hat gleich gesagt: Konzeptvergabe? Undenkbar! Wann hat die Stadt Landshut bitte je ein Konzept gehabt?

...Tilman von Kuepach: Der Tilman von Kuepach war ja angeblich früher mal in der CSU. Ich habe dann den CSUler gefragt: Was ist denn damals schiefgelaufen? Da hat es geheißen: Wenn man ehrlich ist, darf man das auch nicht persönlich nehmen. Der Tilman hat eine schwere Kindheit gehabt. Ich: Was heißt das? Antwort: Geboren und aufgewachsen in der Oberpfalz...

Ich: Schreibt der Tilman Leserbriefe? Nein, er schreibt eine ganze Zeitung! Und zündelt gerne. Ich: Inwiefern? An Aschermittwoch hat er geschrieben: Den Neubau der Feuerwache Hofberg und noch zwei anderen Feuerwachen braucht es nicht. Weil es viel zu selten brennt.

...ÖDP

Es gibt einen Neuling, Stefan Müller-Kroehling, studierter Forstwissenschaftler und OB-Kandidat der ÖDP. Hab jemanden aus der Grünen-Fraktion gefragt, was ein Forstwissenschaftler ist. Antwort: Der war auf der Baumschule. Seit einem Jahr erst Mitglied. American Football ist sein Hobby. Für Argumente schwer zugänglich. Geboren in Münster. Erst wird Landshuts OB ein Österreicher, dann ein Preiß?

...Sigi Hagl

Für die Sigi Hagl hat ja der Gruber Stefan auf die Kandidatur verzichtet. Zwischen den beiden passt es einfach. Da gibt es ein sehr schönes Foto von den beiden in der Abendzeitung Landshut vom 23. März. Beide Arm in Arm. Die Sigi hat die Augen ganz fest zu. Die denkt sich quasi: "Ich will den nicht sehen." Und der Stefan lächelt ganz gequält – wie bei einer Darmspiegelung.

Ein kluger Schachzug ist, Stefan Gruber zum Wahlkampfmanager zu machen. Der weiß, wie die Schwarzen ticken. Weil er weiß, wie er selber tickt. Aber er ist schon ein Grüner. Der ist sogar Vegetarier. Aber mehr so ein niederbayerischer Vegetarier. Er bestellt Salat statt Pommes als Beilage zum Schnitzel.

Und ansonsten will die Sigi die Steuern erhöhen. Optimaler Zeitpunkt für Steuererhöhungen: Wenn das Wohnen in Landshut schon so teuer geworden ist, dann sind es die Leute eh schon gewohnt, dass ihnen kein Geld mehr bleibt.

...Stefan Gruber

Die Sigi Hagl hat sich bei der Nominierungsversammlung auch bedankt beim Stefan Gruber: Wir haben immer an einem Strang gezogen. Ja, so is er, der Stefan. Lässt anderen gerne den Vortritt. Wenn er weiß, dass er eh keine Chance hat.

Drum hat der Gruber Stefan der Sigi Hagl den Vortritt auch bei der Haushaltsrede gelassen. Ist ja oft so bei den Grünen. Die Frauen machen die Politik. Die Männer machen den Haushalt.

...Thomas Haslinger

Die Alten in der CSU wollen, dass ein Junger antritt. Die CSU will grüner werden. Laut Haslinger aber zur Autofahrerstadt. Ein Widerspruch in sich? Nein. Haslinger will mehr grüne Autos. Und er will mehr Straßen bauen. Wo? Weit außerhalb, weil in der Stadt drin kein Platz ist. Und dann gleich vierspurig. Weil das Großspurige liegt ihm.

Haslinger sagt, er habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen das am meisten bewegt, was bei ihnen zu Hause geschieht. Da sagen seine Gegner: Dann geh doch heim.

Am Aschermittwoch hat sich der Haslinger sogar geistlichen Beistand geholt. Den Kaplan Philipp Werner. Der Kaplan hat wenig überraschend gesagt: Die Kirche soll ein Sprachrohr für die Schwachen sein. Da war der Haslinger irritiert. Weil er sich gedacht hat: Der Kaplan macht Wahlkampf für die SPD. Aber das kriegt die SPD schon selber hin.

...Patricia Steinberger und Anja König

Im Vergleich zum Haslinger tritt die SPD-Spitzenkandidatin Patricia Steinberger aber eher wohltuend dezent auf. Da ist es gut, wenn die SPD mit der Anja König die Abteilung Attacke solide besetzt hat. Die Anja König ist wahrscheinlich die beliebteste Politikerin im Stadtrat. Sie hat so eine beschwichtigende Art. Da denkt sich manch ein Stadtratskollege: Wieso macht man aus der nicht so eine König-Skulptur?

Ein Lob hat die Anja König aber verdient. Erstmals hat die SPD nämlich einem Haushalt zugestimmt. Erstens, weil auch Geld für eine städtische Wohnbaugesellschaft bereitgestellt wird. Zweitens, weil die SPD in Bayern unter zehn Prozent liegt. Da will man einfach auch gern mal wieder dazu gehören zu den Siegern.

...Helmut Radlmeier

Ochsen in der Ochsenau: Das ist der Beitrag von Landshut zum Thema Solidarität mit Migranten. Man hat sich für die ungarischen Viecher entschieden, weil die laut Experten ein ruhiges Gemüt haben. Also vom Wesen her eher wie der Radlmeier. Weil der Radlmeier so ein gutes Image hat, hat die Regierung von Niederbayern gleich gesagt: Die Rinder werden von uns gefördert. Fürs Erste mal mit 160.000 Euro. Die kriegen also ein Stipendium für die FH. Mit bissl Glück gibt’s danach ein Stipendium von der Hanns-Seidel-Stiftung. Da brauchts gar nicht so schauen – das hat beim Aiwanger Hubert damals auch funktioniert.

 

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