Landgericht Prozess in München: Griff ins Lenkrad - versuchter Mord?

Vor Prozessbeginn: Peter T. verbirgt sein Gesicht. Foto: Petra Schramek

Die Staatsanwaltschaft sieht den Griff ins Lenkrad als versuchten Mord. Der Angeklagte soll in die Psychiatrie.

 

München - Warum genau er seiner Mutter ins Steuer griff, wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Die Staatsanwaltschaft möchte den jungen Mann jedenfalls in der Psychiatrie unterbringen. Das Landgericht muss entscheiden. Der 28-Jährige leidet unter einer krankhaften seelischen Störung, so die Begründung. Er sei zur Tatzeit deshalb nicht für sein Tun verantwortlich zu machen, stelle aber eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Für die Ermittler steht fest, dass Peter T. (alle Namen geändert) versucht haben soll, seine Mutter Hanna T. (54) und seine Schwester Petra (29) umzubringen. Der Vorwurf: versuchter Mord. Zu diesem Zweck griff er auf der B 471 in Haar bei voller Fahrt ins Lenkrad des Seat Cordoba, visierte dabei wohl einen Baum am Straßenrand an. Aber dazu kam es nicht mehr. Stattdessen kollidierte der Seat mit dem entgegenkommenden Wagen von Jonas F. (51), der mit Prellungen und einem verstauchten Hals davonkam.

Schwester und Mutter erlitten schwere Verletzungen

Die Verletzungen im anderen Auto waren schwerer. Die Mutter von Peter T. brach sich nicht nur eine Rippe und den rechten Arm, sondern verlor unter anderem 90 Prozent der Sehkraft auf dem rechten Auge. Bei seiner Schwester hätte der Blutverlust ohne Behandlung lebensgefährlich werden können. Peter T. erlitt nur leichte Verletzungen.

Der tragische Hintergrund des Unfalls: Die Familie von Peter T. war gerade auf dem Weg in die Psychiatrie, wollte den Sohn und Bruder dort unterbringen lassen.

Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit fortgesetzt.

 

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