Konkurrenten im Check Was jetzt in der Dritten Liga auf die Löwen zukommt

Voller Fokus auf Freitag: Löwen-Trainer Daniel Bierofka (m.) und seine Mannschaft. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 eröffnet am Freitag die neue Saison in der 3. Liga. "Für uns geht es erstmal nur um den Klassenerhalt", sagt Löwen-Coach Bierofka mit Blick auf die Konkurrenz. Die AZ macht den Liga-Check.

 

München - Freitagabend. Giesings Höhen. Der Traditionsverein TSV 1860, Deutscher Meister von 1966, er wird es sein, der die Saison 2019/20 eröffnet. Der Gegner: Preußen Münster. Das Grünwalder Stadion? Längst ausverkauft. Die Vorfreude: riesig! Ab 19 Uhr kämpfen die Sechzger um den ersten Dreier. Und das ist nur der Startschuss der wohl besten Dritten Liga aller Zeiten.

Trainer Daniel Bierofka und seine Löwen starten in ihre zweite Drittliga-Spielzeit, in der "Magenta Sport" neben den Einzelspielen erstmals auch die Konferenz anbietet. Es ist eine Saison voller Ungewissheit. "Ganz klar: Für uns geht es erst einmal nur um den Klassenerhalt. Wir müssen es so durchziehen, dass wir am 38. Spieltag über dem Strich stehen", sagt Bierofka über Sechzigs Saisonziel: "Möglichst schnell Punkte sammeln, uns am besten gleich ein Polster sichern, um nicht von Beginn an hinten drin zu hängen."

Vielleicht schon gegen die "Studenten-Profis" aus Münster, die laut Coach Sven Hübscher "bewusst ohne konkretes Saisonziel" an den Start gehen und "die junge Mannschaft weiterentwickeln" wollen.

FCK-Trainer Hildmann: "Die stärkste Dritte Liga in Europa"

Wie stehen also die Vorzeichen vor Saisonstart? Trainerkollege Sascha Hildmann vom 1. FC Kaiserslautern erklärt: "Ich sehe, wie viele meiner Kollegen, diese Liga als die stärkste Dritte Liga in Europa an." Und wer dominiert die Tabellenspitze, Herr Bierofka? "Meine Aufstiegsfavoriten sind Braunschweig, Lautern, Ingolstadt und als Geheimtipp Unterhaching", sagt der 40-Jährige.

Es wartet aber auch unheimlich viel Tradition auf die Giesinger – und gleich vier bayerische Derbys. Eines davon gegen den großen Rivalen. Die AZ macht den Drittliga-Check.

Traditionsklubs: Die Konkurrenten der Sechzger

Eintracht Braunschweig. 1. FC Kaiserslautern. Hansa Rostock. MSV Duisburg. Das sind die Klubs, die in einem Atemzug mit den Sechzgern genannt werden. Mit Sechzig und der Eintracht messen sich in Braunschweig schon am zweiten Spieltag (27. Juli, 14 Uhr) die Bundesliga-Titelträger von 1966 und 67, die der Löwe als Wappentier vereint.

Der viermalige Meister Lautern wird Sechzig wie im letzten Jahr beim Drittliga-Auftakt, am legendären Betzenberg fordern. Die Roten Teufel haben sich aus riesigen Finanznöten durch den Einstieg des luxemburgischen Investors Flavio Becca auf unbekanntes Terrain begeben. Die "Hansa-Kogge" und die "Zebras" aus Duisburg prägten die Bundesliga-Geschichte ebenfalls über lange Jahre. Übrigens: Tradition verpflichtet, findet Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht, der satte zehn Teams als Aufstiegsaspiranten sieht: "Und auch wir wollen oben mitmischen."

Absteiger und Favoriten in der Dritten Liga

Womit wir bei den Aufstiegsanwärtern wären: Die Schwergewichte Braunschweig und Lautern werden dabei von den meisten der befragten Trainer genannt. Ebenfalls Topfavorit: Absteiger 1. FC Ingolstadt. Der KFC Uerdingen mit den Ex-Löwen Stefan Aigner und Adriano Grimaldi gilt, aufgrund der ambitionierten Pläne des russischen Investors Michail Ponomarew, als Mitfavorit. Der 1. FC Magdeburg, ebenso abgestiegen und Ex-Verein von Sechzigs Neuzugang Dennis Erdmann, zählt wie Mitabsteiger Duisburg und der Hallescher FC, letztes Jahr Vierter, ebenfalls zum Favoritenkreis.

Bayerische Kontrahenten: Kampf um Punkte und Prestige

Dritte Liga, Derby-Zeit! Gleich vier Kontrahenten sorgen für mehr oder weniger Derby-Charakter, wohl in dieser Reihenfolge: Das Oberbayern-Franken-Duell zwischen Sechzig und die Würzburger Kickers, durch knapp 300 Kilometer getrennt, dreht sich deutlich mehr um die drei Punkte als das Prestige. Gegen Ingolstadt geht es für Sechzig darum, den "Schanzern" dringend benötigte Punkte auf dem Weg zur anvisierten Rückkehr ins Fußball-Unterhaus zu klauen. Im Vergleich mit der SpVgg Unterhaching, einem der spielstärksten Kontrahenten der Liga, geht es schon in Richtung Vorherrschaft in und um München. Das "echteste" Derby steigt ausschließlich auf Giesings Höhen: Am 16. Spieltag kämpfen die Löwen im Sechzgerstadion gegen den FC Bayern II um die Hinrunden-Stadtmeisterschaft, am 35. Spieltag kommt es zur Revanche in der "Hermann-Gerland-Kampfbahn", wie die Bayern das Grünwalder Stadion nennen.

Die Fragezeichen: Diese Teams könnten überrraschen

Neben Sechzigs Auftaktgegner Münster könnten in einer wohl wieder immens engen Liga gleich reihenweise Teams für Aufsehen sorgen – oder gegen den Abstieg kämpfen: Neben dem SV Meppen zählen hierzu die Ost-Klubs Carl Zeiss Jena und FSV Zwickau, sowie der selbsternannte "Dorf-Klub" Sonnenhof Großaspach, bekannt wegen Klub-Mitbegründer Uli Ferber und dessen Frau und Schlagerstar Andrea Berg.

Die Aufsteiger: Neu in der Dritten Liga

Mit den kleinen Bayern haben den Weg in die dritthöchste Spielklasse gefunden: DDR-Meister Chemnitzer FC, Viktoria Köln und Waldhof Mannheim. Trainer der Waldhöfer ist kein anderer als der ehemalige Kult-Löwe Bernhard Trares. In der Relegation 2017/18, als 1860 gegen den 1. FC Saarbrücken die umjubelte Rückkehr in den Profifußball schaffte, war Mannheim begleitet von skandalösen Umständen am KFC Uerdingen gescheitert. Jetzt duellieren sich Bierofka und Sechzig nebst vieler packender Aufeinandertreffen auch mit Trares und Mannheim – in der wohl stärksten 3. Liga überhaupt.

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