Klare Ansage an die Reservisten Bayern-Coach Kovac in Fahrt: Rüffel für Rafinha

Der Boss bleibt der Trainer: Niko Kovac lässt die Kritik von Rafinha nicht gelten. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Niko Kovac macht am Donnerstag klar Schiff: Erst hakt er die Diskussion um den rebellierenden Rafinha ab, dann nutzt er das Thema Thomas Müller für eine ultimative Ansage. 

 

München - Niko Kovac hat genug: Der Trainer des FC Bayern fand am Donnerstag klare Worte und will sich ab sofort nicht mehr zu unzufriedenen Bankdrückern in seinem Kader äußern.

"Wie lange sind wir jetzt zusammen? Seit sieben oder acht Monaten? Und ich glaube, dass ich auch jedes Mal diese Fragen beantwortet habe - aber ab dem heutigen Tag werde ich nur noch über Spieler sprechen, die gespielt haben", erklärte der 47-Jährige bei der PK vor dem Bundesliga-Hit gegen den Tabellendritten Mönchengladbach (Samstag, 18.30 Uhr live bei Sky und im AZ-Liveticker).

Klare Kovac-Ansage zu Reservisten

Eine Nachfrage aus dem Kreis der Journalisten zu Thomas Müller hatte Kovac auf die Palme gebracht: Der Vize-Kapitän steht seit einigen Wochen nicht mehr in der Startelf. Das Credo des Coachs lautet ab sofort: "Lassen Sie uns über die elf oder 14 sprechen, die gespielt haben. Alle anderen werden dann, wenn sie wieder spielen wieder in den Fokus rücken. Nicht, dass wir immer über die reden, die nicht gespielt haben. Von daher glaube ich, dass ich deutlich war und dass wir das in Zukunft jetzt ändern werden."


Klarer Fingerzeig: Niko Kovac. Foto: dpa

Niko Kovac: Machtwort in Sachen Rafinha

Insofern kann man davon ausgehen, dass Niko Kovac am Donnerstag eine letzte Ausnahme in dieser Gemengelage machte, als er über den rebellierenden Rafinha sprach. Auch hier wurde er sehr deutlich: "Niemand darf sich im Grunde genommen über die Mannschaft, den Verein und einen Mitspieler stellen und sich letzten Endes auch nicht so kritisch über den Trainer äußern. Das gilt nicht nur für ihn, sondern für alle anderen auch."

Er wisse, "dass die Enttäuschung" da sei, das gelte nicht nur für Rafinha, sondern auch für andere Profis, die nicht zum Einsatz kommen. Für Kovac ist die Sache zwar vom Tisch, "aber eins ist klar: So in dieser Form darf das nicht passieren."

Rafinha: Entschuldigung nach Kritik an Kovac

Der Bayern-Trainer versuchte aber auch, Verständnis für die Rafinha-Attacken aufzubringen: "In der Emotion sagt man immer wieder etwas, was man vielleicht dann auch im nächsten Moment oder am nächsten Tag bereut. Wir haben uns ausgesprochen, und er hat sich auch vor der Mannschaft bei mir entschuldigt – für das, was er gesagt hat, bzw. wie er es gesagt hat."

Rafinha hatte nach dem Hertha-Spiel seinen Frust rausgelassen und auch Kovac verbal angegriffen. "In letzter Zeit ist der Trainer nicht korrekt zu mir", sagte Rafinha. Bei Kovacs Vorgängern Jupp Heynckes, Carlo Ancelotti und auch Pep Guardiola habe er regelmäßig gespielt. "Ich trainiere gut, spiele aber keine Rolle", klagte Rafinha.

Weitere Aussagen aus der Kovac-PK

Niko Kovac über ...

...eine mögliche Rückkehr von Arjen Robben im Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool: "Ich kann da gar nichts zu sagen, wir sind jetzt glaube ich schon seit drei Monaten ohne Arjen. Da jetzt was zu sagen, wäre falsch von mir. Wir müssen tagtäglich schauen, wie er sich entwickelt und wie es mit den Schmerzen aussieht. Und wenn er kann, wird er sicherlich wieder mittrainieren."

...Spieler, die sich während der Krise gegen ihn gestellt haben sollen: "Ich weiß, dass man in der heutigen Zeit versucht, aus der Minderheit eine Mehrheit zu machen. Dass es mit Sicherheit ein, zwei, drei Unzufriedene gab, das ist ja normal. (...) Jetzt will man sagen, dass aus den zwei, drei urplötzlich alle geworden sind – nein, das war nicht so! Ich denke, dass wir die richtigen Schlüsse gezogen haben, sowohl mit den Chefs als auch den Spielern. Ich glaube, wir sind wieder auf einem guten Weg. Dass es immer wieder Unzufriedene gibt - nicht nur hier, sondern auch woanders -, das sage ich immer wieder. (...) Wir haben es geschafft, aber wir sind bei Weitem noch nicht da, wir wollen Titel holen, aber da müssen wir uns noch strecken."

...James Rodríguez: "Nein nein, der Trainer hat sicherlich ein Mitspracherecht, aber wir werden das in der Gruppe, in unserer Führungsriege besprechen. Das Pro und Contra gegenüberstellen. Und dann wollen wir die Entscheidung treffen. Aber entscheidend ist, dass der Spieler gute Leistung bringt und wenn das der Fall ist, dann ist es normal, was dann passieren kann."

...Transfers und die Aussage von Hoeneß im Sport1-"Doppelpass": "Ich bin da schon involviert und bin zufrieden. (er schmunzelt) Ich werde ja nichts gegen meinen Präsidenten sagen." (er schmunzelt erneut)

...die angeblichen Schlüsselduelle Gladbach und Dortmund: "Letzten Endes spielen wir noch gegen Wolfsburg, die eine richtig gute Rückserie spielen. Von daher haben wir dort noch einen schweren Gegner vor der Brust. Wir haben Liverpool, wir haben sehr unbequeme Mainzer zu bespielen. Man kann in dieser Phase keinen Gegner unterschätzen und das dürfen wir auch nicht. Denn jetzt geht's um die Wurst, da will jeder seine Ziele erreichen."

...die Gerüchte um einen Transfer von Timo Werner: "Darüber redet Brazzo Salihamidzic. (...) Deutscher Nationalspieler, guter Spieler (er schmunzelt)."

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