Jungfernfahrt in sechs Jahren? Sogar die Opposition ist an Bord: Im Stadtrat sind alle Seilbahn-Fans

So könnte sie mal aussehen: Die Seilbahn am Frankfurter Ring. Foto: Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr/Darstellung: bauchplan

Sogar die Opposition befürwortet die Pläne für eine Teststrecke entlang des Frankfurter Rings. In sechs Jahren könnte es theoretisch schon losgehen.

München - Eine fast fünf Kilometer lange Seilbahn im Münchner Norden - klingt verrückt, findet im Stadtrat aber sogar bei der Opposition breite Unterstützung.

"Eine wirklich prüfenswerte Idee", sagt FDP-Chef Michael Mattar. Die Liberalen hätten selbst schon einmal einen ähnlichen Vorschlag unterbreitet, damals ging es um eine Seilbahn an der Messe. Da seien CSU und SPD noch entschieden dagegen gewesen. "Nun scheint sich aber etwas zu bewegen", so Mattar. (AZ-Kommentar: MVG-Seilbahn für München - Der Isarflieger)

Ähnlich sieht man die Sache bei den Grünen. Auch dort hat man vor wenigen Jahren schon einmal ein Pilotprojekt gefordert. Konkret ging es da um eine Seilbahn am Tierpark. "Wir sind damals sehr verlacht worden", sagt Fraktionschefin Katrin Habenschaden. Man könne die Vorteile aber nicht wegdiskutieren. Eine Seilbahn sei nun einmal sehr flächensparend. "Da kann man über die ganzen Verkehrsstaus dann einfach hinwegschweben", so Habenschaden. Wenn sich die rot-schwarze Stadtregierung nun also auf Seilbahn-Experimente einlassen will? "Prima", sagt Habenschaden. Und dass da eine grüne Idee geklaut werde: "Das ist bei der Stadtspitze ja auch nichts Neues mehr", sagt sie.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) und Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) hatten am Mittwoch Pläne für eine Seilbahn am Frankfurter Ring vorgestellt. Die Blaupause dafür stammt von der Unternehmensgruppe Schörghuber.

Der Entwurf sieht eine Seilbahn zwischen der U-Bahnstation Studentenstadt (U6) und der U-Bahnstation Oberwiesenfeld (U3) vor. Die veranschlagte Zeit bis zur Fertigstellung: fünf bis sechs Jahre ab Genehmigung.

 

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