Internationalisierung Bayerns neue Märkte: Erst die USA - und dann Südamerika

Mit der US-Tour zufrieden: Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Vorstand Jörg Wacker. Foto: FC Bayern

Der FC Bayern München treibt seine Internationalisierung voran, will neue Märkte erschließen  - und setzt dabei auf Superstar James.

München - In den USA hat sich der FCB mit fast 30 Millionen Sympathisanten inzwischen etabliert - nun soll der Angriff auf Südamerika erfolgen: Jörg Wacker, Bayern-Vorstand für Internationalisierung und Strategie, zog nach einer Woche in den Staaten zufrieden Bilanz. "Es war eine tolle Tour. Inhaltlich und organisatorisch ist das kaum zu toppen", sagte Wacker. "Wir haben hier glückliche Fans, die unsere Mannschaft erleben konnten. Wir hatten auch glückliche Sponsoring-Partner. Wir haben unsere Ziele erreicht."

Keine Wünsche offen also auf der Eroberungstour der Bayern. Aus sportlicher Sicht störten allein die Ergebnisse in den Tests gegen Juventus Turin (0:2) und Manchester City (2:3) - das Marketing-Team durfte aber voll zufrieden sein.

Dafür war auch James Rodríguez verantwortlich. Der Kolumbianer unterstützte den Bayern-Tross vor Ort in Miami, an sportlichen Aktivitäten nahm James gar nicht teil. "Miami wurde auch bewusst gewählt", erklärte Wacker. "Es ist der Gateway zu South- und Latin-America. Ein Markt, um den wir uns kümmern." Man habe gemerkt, so Wacker, "was James hier für ein Superstar ist. Man kann ja kaum mit ihm auf die Straße gehen."

FC Bayern auf Marketing-Touren: Asien, USA - und bald Südamerika? 

Im Sommer 2019 könnte deshalb ein Besuch in Südamerika anstehen, wie Wacker verriet. "Wir haben Gedankenspiele, dass wir zwei Jahre in Folge in den einen Markt gehen und zwei Jahre in Folge in den anderen Markt. Das werden wir jetzt in Ruhe besprechen. Aber es liegt auf der Hand, dass auch ein Ziel in Südamerika dabei sein kann, wenn man einen Superstar wie James hat."

Im vergangenen Jahr reisten die Bayern durch Asien, 2019 soll nun wohl zunächst der Angriff auf Südamerika forciert werden. "Unabhängig von James ist es wichtig, dass sich unsere Superstars in diesen Märkten zeigen. In den letzten fünf Jahren hatten wir in China jedes Mal unsere Superstars dabei. Jetzt in den USA, auch wegen der EM 2016 und der WM 2018, war es nicht so", erklärte Wacker.

Die Bayern treiben die Internationalisierung mit voller Kraft voran. Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge erklärte, dass die gesamte Bundesliga dabei von den USA lernen könne. "Es war in den Gesprächen mit der NBA und der NFL interessant zu sehen, wie die Dinge hier auch vermarktet werden. Wir müssen Augen und Ohren offenhalten und uns auch bewegen, uns professionalisieren. Wir dürfen nicht glauben, dass wir in Deutschland einen Selbstläufer haben."

Die Bundesliga sei "ein gutes Produkt", so Rummenigge, "das sieht man an den Zuschauerzahlen. Aber am Ende ist es auch wichtig, wie wir uns international präsentieren." Dass es in Deutschland weiter die 50+1-Regel gebe, die den Klubs die Mehrheit gegenüber Investoren sichert, werde in den USA "belächelt", sagte Rummenigge. Aus seiner Sicht solle jeder Verein selbst entscheiden können, ob er sich für Investoren öffne oder nicht. Frisches Kapital sei aber generell gut für die Klubs.

Uli Hoeneß: Man ist da, um etwas zu lernen

Präsident Uli Hoeneß zeigte sich mit Blick auf die Tour vor allem vom Basketball-Trainingscenter der Philadelphia 76ers "beeindruckt", wie er der AZ sagte. Hoeneß hat sich von den US-Profiklubs inspirieren lassen: "Wenn man in solchen Ländern ist wie hier, mit einer anderen Mentalität und Kultur, wenn man mit offenen Augen durch die Welt läuft, kriegt man immer wieder was mit. Man ist ja im Leben dazu da, etwas zu lernen", sagte er.

 

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