"Il Sardo" in Schwabing Ricotta und Pecorino von der Insel

Ein Stück Sardinien in Schwabing: Das „Il Sardo“ am Elisabethmarkt. Foto: Daniel von Loeper

Pecorino und Ricotta aus der Heimat des Inhabers: Das „Il Sardo“ in Schwabing funktioniert dank eines perfekten Netzwerks. Fast alle Produkte kommen direkt aus Sardinien

München Das „Il Sardo“ muss man entdecken. So unscheinbar es von außen wirkt, so ein besonderes Geschmackserlebnis erwartet den Gast, der die Treppe hinabsteigt. Seit ein paar Monaten gibt es das charmante Kellerlokal mit 30 Plätzen samt Laden.

Der Name ist Programm: Der Koch und Besitzer, Giuliano Munzittu, ist Sarde. Er kocht einfache, rustikale Gerichte, wie es sich auf der Insel so gehört – und vor allem: Er verwendet fast ausschließlich sardische Zutaten. „Nur das Gemüse kaufe ich jeden Tag frisch ein“, sagt er.

Alles andere importiert er direkt von kleinen Produzenten aus seiner Heimat – oder von seiner Familie. „Das geht so weit, dass die wilden Fenchelsamen für die Salami, die wir bei einem Münchner Metzger nach einem Rezept von Giulianos Mutter herstellen lassen, von Giulianos Familie gesammelt werden“, sagt Munzittus Lebensgefährtin Anne Bauer.

Die beiden haben sich vor einem Jahr in Italien kennen gelernt und sich mit dem „Il Sardo“ einen gemeinsamen Traum erfüllt. Die Produkte, die man im Ladenbereich auch kaufen kann, haben ein Aroma, das von der Sonne, der Luft, der Erde und den Kräutern Sardiniens zeugt.

Das fängt schon beim Aperitif an: Der Aperititvo del Sardo, ein Prosecco mit weißem Myrten-Likör (0,2 l, 5,50 Euro) ist eine fruchtig-herbe Erfrischung. Einfach und lecker: der sardische Antipasti- Teller mit besagter Wurst, Oliven, eingelegtem Gemüse, sardischen Pecorino und Ricotta (8 Euro).

„Das Gemüse stammt von einem kleinen Produzenten, bei dem Giuliano schon gearbeitet hat. Der Käse kommt aus einer Sennerei, die Giulianos Vater, der Schäfer war, mit Milch beliefert hat“, erzählt die 42-Jährige. Dazu werden das typisch sardische dünne Brot aus Harzweizengries, Pane Carasou, sowie Grissini vom Schwager des Inhabers gereicht.

Perfekte Ergänzung: ein kräftiger, erdiger Cannanau (offene Weine: 0,1 l von 2,60 bis 3,50). Das Paar serviert aber auch gerne Flaschenweine aus dem Verkauf zuzüglich neun Euro Flaschengeld. Wer lieber Bier trinkt: Hier gibt's sogar Birra Ichnusa, sardisches Bier.

Jeden Tag wird eine überschaubareAuswahl an Pastagerichen und Risotti geboten. Da wären zum Beispiel Fregola, Pasta-Krümel, mit Venusmuscheln (9,50 Euro) oder Malloreddus alla Campidanese: Kleine, muschelförmige Nudeln mit frischer Salsiccia, Pilzen und Tomaten (9 Euro).

„Hauptgerichte mit Fleisch gibt es nur auf Bestellung, da wir gemerkt haben, dass unsere Gäste nach einer Vorspeise und einem Primo in der Regel zu satt für ein Secondo sind“, so Bauer. Dafür darf’s dann gerne noch eine Nachspeise sein, zum Beispiel Crêpes aus Pane Carasau mit in Honig geschmolzenem Pecorino und frischer Birne (4,50 Euro).

Und im Sommer lässt sich das günstige Mittagsmenü (Salat oder Suppe, Pastagericht, Espresso, 10 Euro) draußen auf dem Trottoir mit Blick auf den Elisabethmarkt genießen.

 

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