Hilfe für Frauen in Not Aktion Sichere Wiesn heuer noch länger da

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Frauen in Notlage steht auf der Wiesn heuer wieder die Aktion Sichere Wiesn zur Seite. (Symbolfoto) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Aktion Sichere Wiesn ist heuer noch länger für Mädchen und Frauen da, um in Notlagen zu helfen.

 

München - "Wir haben Fälle, da reicht es nicht aus, ein Handyladekabel zu geben, sondern da begleiten wir bis 10 Uhr früh die Frau in die Klinik und zur Polizei", sagt Kristina Gottlöber von der Aktion Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen.

Diese Fälle sind Gott sei dank selten. Neun Opfer von sexualisierter Gewalt und fünf Frauen, die körperliche Gewalt erfahren haben, hatte das Team 2018 betreut. Insgesamt haben 234 Frauen Hilfe gesucht oder wurden zu den Haupt- und Ehrenamtlichen gebracht.

Aktion Sichere Wiesn nun noch länger da

So wurde oft Schlimmeres verhindert, glaubt Gottlöber. Eine klassische Hilfssituation: Eine Frau geht aus dem Zelt, kommt nicht mehr rein, aber die Tasche ist drin, ihre Freunde auch. "Durch die Hilflosigkeit sind die Frauen besonders gefährdet", sagt Gottlöber.

Weil solche Situationen nicht erst bei Einbruch der Dunkelheit aufkommen, hat das Team jetzt seine Öffnungszeiten ausgeweitet: In der Vergangenheit öffnete die Anlaufstelle um 18 Uhr, außer an den Samstagen, da waren sie um 15 Uhr da. Dank eines Stadtratsbeschlusses und der Unterstützung vom Stadtjugendamt kann freitags bereits um 15 Uhr Hilfe angeboten werden und auch am 2. und 3. Oktober ab 15 Uhr.

Aktion Sichere Wiesn steht Frauen hilfreich zur Seite

Dann sind zwei Fachkräfte und zehn bis zwölf Ehrenamtler im Servicezentrum Theresienwiese schräg unterhalb der der Bavaria – hinter dem Schottenhamel. Dort ist beim Eingang "Erste Hilfe" eine Mitarbeiterin des Security Points. "Das Angebot richtet sich an alle Mädchen und Frauen, die Hilfe benötigen – egal ob Wechselkleidung, ein Taxi nach Hause oder Unterstützung in einer psychischen Krise", sagt Theresa Schmeisz, die den Security-Point leitet.

Die Aktion ist ein Zusammenschluss mehrere Kooperationspartner wie Imma, der Initiative für Münchner Mädchen, und dem Frauennotruf. Vor der Wiesn sind sie an Schulen, um Jugendliche für sexuelle Gewalt zu sensibilisieren und ihr Angebot vorzustellen. Am wichtigsten aber ist den Initiatorinnen zu sagen: "Jeder Frau hat das Recht zu flirten, zu trinken und allein nach Hause zu gehen. Keiner hat das Recht, ihr zu nahe zu treten oder eine Situation auszunutzen."

 

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