Heynckes der Schlüssel? BVB-Jäger Bayern: Mach’s noch mal, Jupp!

Klare Sache im Pokalfinale 2012: Dreierpacker Lewandowsk; Revanche 2013: Robben mit dem Champions-League-Pokal; Dortmund-Experte: Jupp Heynckes. Foto: Rauchensteiner/Augenklick, dpa (2)

Der Trainer des FC Bayern erlebte 2011/2012 gegen Borussia Dortmund bittere Pleiten, ein Jahr später holte Jupp Heynckes das Triple. Und diesmal? "Wir müssen jetzt eine Serie hinlegen", fordert Arjen Robben.

 

München - Die Atmosphäre war aufgeheizt, das Verhältnis der Bosse vergiftet, als Borussia Dortmund die nationale Vormachtstellung des FC Bayern zuletzt so arg bedrohte wie in dieser Saison. Öffentlich ausgetragene Streitereien gab es damals fast im Wochenrhythmus, Lügenbezichtigungen – und sogar Plagiatsvorwürfe.

"Die Bayern machen es wie die Chinesen in der Industrie: Schauen, was die anderen machen, um es abzukupfern und dann mit mehr Geld und anderen Spielern den gleichen Weg einzuschlagen." So schimpfte Jürgen Klopp, nachdem seine Dortmunder im DFB-Pokal-Viertelfinale im Frühjahr 2013 an den Münchnern gescheitert waren (0:1).

An einer Bayern-Mannschaft, die von Jupp Heynckes perfekt auf den Pressing-Stil des BVB eingestellt war; die gelernt hatte aus der demütigenden Saison 2011/2012 mit drei Vizetiteln und schmerzhaften Pleiten gegen Dortmund; die auf Revanche aus war.

Im Herbst 2017 steht Heynckes mit den Bayern nun vor einer ähnlich schwierigen Aufgabe: Schafft er es erneut, den BVB zu stoppen?

"Dortmund führt mit fünf Punkten. So wie sie Fußball spielen, wird es schwierig, sie von oben wegzuholen. Da bin ich Realist", sagt der Bayern-Coach: "Aber unsere Mannschaft hat Klasse. Diese Klasse muss ich wieder herauskitzeln."

Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der die Beziehung zur Dortmunder Klubführung in den vergangenen Jahren befriedet hat, meint vor der Partie gegen den SC Freiburg (Samstag, 15:30 Uhr Sky und im AZ-Liveticker): "Wir müssen jetzt Vollgas geben in der Bundesliga und Champions League."

Die AZ erklärt, wie Heynckes Dortmund schon einmal knackte – und was diesmal für eine Aufholjagd spricht...

Das Frust-Jahr 2012

Vizemeister, Vizepokalsieger und Champions-League-Sieger der Herzen – die Saison 2011/2012 ist eine der bittersten der Bayern-Geschichte. Borussia Dortmund, schon 2011 Meister, zieht mit dem Double national an den Bayern vorbei. In der Bundesliga verlieren die Heynckes-Bayern zweimal 0:1, richtig schlimm wird es im Pokalfinale: Robert Lewandowski und Co. fertigen die Roten mit 5:2 ab. "Wir werden unsere Mannschaft so lange verstärken, bis wir wieder alleine sind", sagt Präsident Uli Hoeneß. Ein Jahr später ist es schon so weit.

Bayerns Triumph 2013

Heynckes bekommt seinen Wunschspieler Javi Martínez, Sportvorstand Matthias Sammer löst Christian Nerlinger ab – und die Bayern spielen ihre erfolgreichste Saison überhaupt. Heynckes' Team bleibt in der gesamten Saison ungeschlagen gegen den BVB, wirft die Klopp-Elf aus dem Pokal, wird mit 25 Punkten Vorsprung Meister und holt in Wembley die Champions League. Heynckes hat den Dortmund-Code geknackt, lässt sein Team selbst ein cleveres Pressing spielen. Der Schlüssel zum Triple-Sieg.

Neue Hoffnung 2017

Nach dem verpatzten Saisonstart setzen die Bayern erneut auf Heynckes' Erfahrung, um das ultraoffensive Dortmunder System von Neu-Trainer Peter Bosz lahmzulegen. Am 4. November kommt es in Dortmund zum Duell. Schon am Samstag muss der BVB gegen Leipzig ran – die fünf Punkte Vorsprung könnten schnell aufgebraucht sein. Aber: Heynckes wurde in keiner seiner drei Bayern-Amtszeiten gleich im ersten Jahr Meister. Und diesmal? "Wir müssen jetzt eine Serie hinlegen", fordert Arjen Robben im Vereins-TV.

Mach's noch einmal, Jupp!

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