Herrmann stellt Konzept vor Wiesn-Sicherheit: Heuer wird noch genauer überwacht

, aktualisiert am 12.07.2017 - 12:22 Uhr
Augen aufs Oktoberfest: 2017 will die Polizei die Wiesn mit besseren Kameras überwachen. Foto: dpa

Im Innenausschuss des Bayerischen Landtags hat Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwochmorgen das Sicherheitskonzept für das Oktoberfest 2017 vorgestellt.

 

München – Grundsätzlich wolle man sich dabei an den Sicherheitsmaßnahmen des Vorjahres orientieren: "Das Sicherheitskonzept 2016 hat sich bewährt", sagte der Minister. Das bedeutet, dass der Zaun um die Wiesn sowie das Rucksackverbot und die Taschenkontrollen heuer ein Comeback feiern.

Allerdings will Herrmann es nicht dabei bewenden lassen. Er kündigte für das Oktoberfest einen Ausbau der Videoüberwachung an. Insbesondere im Bereich der Eingänge sollen modernere Kameras installiert werden. Außerdem sollen zusätzliche Lautsprecheranlagen aufgebaut werden, damit die Besucherströme besser gelenkt werden können.

Auf der diesjährigen Wiesn sollen zudem erstmals Beamte mit Bodycams unterwegs sein. Man wolle größtmögliche Sicherheit gewährleisten, aber: "Wir wollen die Wiesn nicht zu einer Festung ausbauen." Herrmann betonte jedoch auch, dass es unverantwortlich wäre, die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus nicht ernstzunehmen. Der Attentäter von Ansbach und auch der Amokläufer von München hätten ihren Sprengstoff beziehungsweise ihre Waffe in Rucksäcken transportiert.

2016 kamen 29 Kameras zum Einsatz, 28 davon waren schwenk- und zoombar. Die 29. Kamera erfasste das Geschehen als Ganzes, sie zeichnete eine 360 Grad Rundum-Sicht auf. 2017 soll die Zahl der Kameras zwar unverändert bleiben, die Qualität der Bilder jedoch erhöht werden. Dazu sollen künftig neun Kameras Panorama-Ansichten erfassen und so einen besseren Überblick ermöglichen. Hinzu kommen vier Kameras auf dem Geländer der Oiden Wiesn.

Im vergangenen Jahr besuchten 5,6 Millionen Gäste das Oktoberfest, bis zu 600 Polizisten gleichzeitig sorgten für ihre Sicherheit. Diese Größenordnung sei auch dieses Jahr wieder zu erwarten: "Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass es weniger werden", sagte Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer. "Wir prüfen, ob eine Steigerung notwendig ist." Schmidbauer sieht eine erhöhte Gefahr durch die Bundestagswahl am 24. September, also am mittleren Wiesn-Wochenende.

Zusätzlich wurden 2016 rund 450 Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten eingesetzt, größtenteils in und um den Festzelten. Das entspricht einem Anstieg von 150 Securities gegenüber 2015.

 

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