Heimspiele des TSV 1860 Problemfans in Giesing: Jetzt spricht Innenminister Herrmann!

Fußball kann auch hässlich sein: "Fans" des Halleschen FC benahmen sich bei ihrem Auswärtsspiel beim TSV 1860 in Giesing teils völlig daneben. Unter anderem musste das Unterstützungskommando (USK) der Polizei die U-Bahnstation am Wettersteinplatz sichern. Foto: pm

Die Vorfälle rund um das Löwen-Spiel gegen den Halleschen FC beschäftigen nun sogar den bayerischen Landtag. Innenminister Joachim Herrmann äußert sich - und die Grünen haben eine klare Haltung.

München - Der "Problemfan" aus dem Osten war schon ein Begriff, da spielten noch gar keine Vereine aus den neuen Bundesländern in Giesing. Zu Viertliga-Zeiten raunte es bereits von den Sechzig-Kritikern, was denn passiere, wenn die ostdeutschen Aggressoren im Viertel einfielen.

Probleme rund um 1860-Spiel gegen Halle

Wirkliche Probleme gab es dann aber auch diese Saison kaum. Mit einer Ausnahme: Rund um das Spiel gegen Halle Mitte November gab es Verspätungen bei den U-Bahnen, weil Gästefans randaliert hatten. Die Polizei klagte über das aggressive Auftreten der Gäste. Nun hat die Diskussion sogar den Landtag erreicht. In einer Antwort auf eine Anfrage der Landtags-Grünen, die der AZ vorliegt, zieht Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Bilanz.

Von 1700 Halle-Fans stuft Herrmann stattliche 490 als "Problempersonen" ein. Am Hauptbahnhof hätten Hallenser Polizisten mit "Faustschlägen und Fußtritten" angegriffen. Während des Spiels hätten Fans Gegenstände geworfen und Polizisten und Ordner bespuckt und beleidigt. Nach dem Spiel seien Feuerlöscher in der U-Bahn entleert und mehrmals die Notbremse gezogen worden. Herrmanns Fazit: "Das Polizeipräsidium München hat die Störungen konsequent unterbunden und Gefahren für die Bevölkerung verhindert."

Hitlergruß von HFC-Fan

Insgesamt ermittelte das Präsidium in 21 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Beleidigung, Körperverletzung, Diebstahl, Raub und einem tätlichen Angriff auf Polizeibeamte. Ein Hallenser wurde wegen eines Hitlergrußes angezeigt. Von elf Hallensern, gegen die die Polizei ermittelt hat, sind drei wegen rechtsextremer Vorfälle bekannt.

Verletzt wurden drei Personen: Ein Beamter erlitt durch einen Faustschlag einen Nasenbeinbruch und musste operiert werden. Zwei Hallenser wurden bei einer Schlägerei leicht verletzt.

Haben diese Vorfälle irgendwas mit dem Spielstandort Giesing zu tun? Aus der Antwort Joachim Herrmanns ist das nicht herauszulesen. Und auch Maximilian Deisenhofer, der sportpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, sagt der AZ: "Unsere Anfrage hat gezeigt, dass die Ausschreitungen beim Spiel Sechzig gegen Halle nichts mit dem funktionierenden Sicherheitskonzept am Sechzgerstadion zu tun haben. Dass alle Beteiligten dieses Konzept aber weiter entwickeln möchten, unterstützen wir voll und ganz."

Grünen pro Löwen-Spiele im Grünwalder Stadion

Den Grünen zufolge steht "der weiteren Nutzung des kultigen Stadions aus sicherheitspolitischer Perspektive nichts im Weg". Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze sagt: "Das schnelle und konsequente Einschreiten der Polizei hat zum Glück noch größere Ausschreitungen der Gästefans verhindert."

 

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