Hart erarbeitetes 2:1 Löwen schlagen Buchbach im Giesinger Krimi

Siegtorschütze Jan Mauersberger versetzte ganz Giesing in Ekstase. Foto: sampics/Augenklick

Lange tun sich die Löwen gegen Buchbach schwer, erst in der Nachspielzeit erlöst Jan Mauersberger den TSV 1860 mit seinem Tor zum 2:1. "Solche Siege sind die schönsten", jubelt Torwart Marco Hiller.

 

München - Weiß-blaue Farben überall. "Löwenmut", dröhnte aus den Boxen des Grünwalder Stadions. Kein Stromausfall vermochte es noch zu verhindern, auch keine Spielabsage wegen Eisesglätte: Der Löwe erwachte auf Giesings Höhen.

Seine Revanche konnte kommen – und sie kam im allerletzten Moment. Das mühsame 2:1 (1:1) des TSV 1860 am 22. Spieltag der Regionalliga Bayern gegen den TSV Buchbach legte Zeugnis davon ab: Sechzigs Heimpremiere, bei der Markus Ziereis (16. Minute, Foulelfmeter) und Jan Mauersberger (90.+4) für die Löwen und Buchbachs Thomas Leberfinger (44.) mit einem Freistoßhammer zum zwischenzeitlichen Ausgleich für Buchbach trafen, geriet zu einem Stück harter Arbeit.

Die Elf von Trainer Daniel Bierofka konnte den Underdog, auf dessen Dorfplatz man in der Hinrunde kläglich die erste Viertliga-Pleite erlitten hatte und sich hinterher als "Giesinger Bauern" verhöhnen lassen musste, um ein Haar erneut nicht in die Knie zwingen.

Enttäuschung und Pfiffe machten sich schon breit im ausverkauften Sechzgerstadion, bevor alles im weiß-blauen Siegesrausch unterging.

"Solche Siege sind die schönsten, so ein Erfolg freut einen umso mehr – geil, dass es geklappt hat", sagte Torwart Marco Hiller: "Es freut mich riesig für das ganze Team. Wir haben dran geglaubt und verdient gewonnen. Wir müssen jedes Spiel neu Gas geben und den Vorsprung ausbauen."

Der beträgt nun dank des 1:1 des FC Bayern II beim 1. FC Schweinfurt 05 sechs Punkte – ein komfortables Polster.

Ziereis verwandelt Handelfmeter zur 1860-Führung gegen Buchbach

Bierofka konnte auf den wiedergenesenen Nico Karger bauen und setzte in der Startelf überraschend auch auf Mittelfeldmann Ugur Türk. Neulöwe Michael Görlitz stand entgegen berechtigter Hoffnungen noch nicht im Kader. Sechzig begann in einem neuen, flexiblen 3-4-3-System enorm druckvoll, eine erste Riesenchance vergab Torjäger Markus Ziereis nach Flanke von Steinhart per Kopf allerdings kläglich (7.).

Knapp zehn Minuten später lag der Ball im Kasten – und die Löwen jubelten: Schiedsrichter Florian Badstübner hatte nach einem Foulspiel des Buchbacher Kapitäns Maximilian Hain an Sascha Mölders auf den Punkt gezeigt, Ziereis gekonnt verwandelt.

Und der weiß-blaue TSV blieb dran gegen den kleinen Turn- und Sportverein aus dem Landkreis Mühldorf, wo Trainer Anton Bobenstetter Gründungsmitglied und Bierofkas eigener Onkel Erwin Vorsitzender des Löwen-Fanklubs ist: Karger zog nach starkem Solo ab, Torhüter Daniel Maus konnte den Schuss noch aus dem Winkel fischen (21.). Weil es die "Biero"-Löwen verpassten, einen zweiten Treffer nachzulegen, schauten sie kurz vor der Pause bedröppelt aus der Wäsche, als Leberfinger einen kurz ausgeführten Standard nach einem Seferings-Foul in die lange Ecke jagte.

Nach dem Seitenwechsel ging's daran, nicht schon wieder einen Vorsprung zu verspielen: Karger verpasste mit einem abgefälschten Schuss (49.), doch oft blieben die Löwen-Künste zu ungestüm, zu unpräzise, zu harmlos. Der blasse Sascha Mölders kam mehrfach einen Schritt zu spät, Türk scheiterte kurz vor Schluss freistehend aus kurzer Distanz (86.), bei einem vermeintlichen Foul an Felix Bachschmid im Strafraum blieb Badstübners Pfeife stumm.

Der Lucky Punch gegen das beherzte Buchbach-Bollwerk, er schien nicht mehr gelingen zu wollen. Das Spiel schien gelaufen – dann kam Mauersberger und versetzte ganz Giesing in Ekstase.

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