Handys auf der Wiesn Mobil-Netz: Besserer Empfang auf dem Oktoberfest

Damit verabreden auf der Wiesn künftig besser klappt, soll das Handynetz ausgebaut werden. Foto: dpa

Das Mobilfunknetz ist zur Wiesn-Zeit hoffnungslos überlastet. Jetzt soll ein unterirdisches Glasfasernetz verlegt werden.

München -
Wer auf der Wiesn versucht, jemand anderen per Handy zu erreichen, hat nicht bloß das Problem, dass er sein eigenes Wort nicht versteht. In der Mehrheit der Telefonier-Versuche erreicht er: niemanden!
Ist ja auch kein Wunder. Tausende telefonieren gleichzeitig, verschicken Selfie-Fotos, machen Facebook-Einträge oder googeln den neuen Wiesn-Flirt im Internet. Spätestens ab Nachmittag (und am Wochenende ganztags) sind die Handy-Netze hoffnungslos überlastet.

Jetzt wollen die Netzbetreiber nachrüsten. Ihr Problem bloß: Die Stadt München hat sich – zum Schutz der Anwohner – mit dem „Münchner Vorsorgemodell“ für die Wiesn und alle städtischen Liegenschaften einen Handystrahlen-Grenzwert verordnet, der 90 Prozent unter dem bundesweit gültigen liegt.

Zwölf Mobilfunk-Masten dürfen die großen Betreiber Telekom, Vodafone, 02 und Eplus laut Wirtschaftsreferat temporär während der 16 Wiesn-Tage auf der Theresienwiese aufstellen (wie am Bavariaring 26 oder an der Theresienhöhe 10).
2012 haben die erstmals den Münchner Spezial-Grenzwert minimal überschritten. Im vergangenen Jahr stimmte der Strahlenwert wieder – trotzdem: Das alte Mobilfunkkonzept stößt an seine Grenzen.

Jetzt soll ein bundesweit einmaliger Handy-Masterplan das Oktoberfest-Netz auf Vordermann bringen: Statt zwölf großer Masten wollen die Netzbetreiber ein System entwickeln, bei dem es bis zu 42 auf der Wiesn verteilte Mobilfunkstandorte geben soll. Die sollen unterirdisch per Glasfasernetzwerk verbunden werden.

Die neue Technik „soll zu einer deutlich niedrigeren Leistungsabgabe der einzelnen Mobilfunkstationen und zu niedrigerer Emission führen“. Und sowieso: die Münchner Spezial-Grenzwerte einhalten.
Für dieses Jahr klappt der Umbau auf der Theresienwiese nicht mehr. Anvisiert ist die Wiesn 2015.

Im September müssen die aktuellen Masten ausreichen, die Netzbetreiber werden sie allerdings – vorübergehend – hochrüsten.
Dass damit der Münchner Vorsorge-Grenzwert minimal überschritten werden könnte, nimmt die Stadt vorübergehend in Kauf. „Es geht da ja nicht nur um den Spaß, sondern auch um die Sicherheit“, argumentierte Stadtrat Wolfgang Heubisch gestern im Umweltausschuss.

Dem Beschluss stimmten die Räte (mit Ausnahme von ÖDP-Stadträtin Sonja Haider) zu. 
 

 

5 Kommentare